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07. März 2016

Anschlag auf Flüchtlingsheim: Fünf Jahre Haft für die Täter

Einer der beiden Angeklagten im Prozess wegen versuchten Mordes und versuchter schwerer Brandstiftung verdeckt sein Gesicht vor der erwarteten Urteilsverkündung.  Foto: dpa

Der Brandanschlag auf ein Flüchtlingsheim nahe Rostock hätte furchtbare Folgen haben können. Nun werden beide Täter wegen versuchten Mordes verurteilt.

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Rostock –  

Eineinhalb Jahre nach einem Brandanschlag auf ein Flüchtlingsheim in der Nähe von Rostock sind die beiden Täter zu je fünf Jahren Haft verurteilt worden. Die 25 und 26 Jahre alten Männer hatten vor dem Landgericht Rostock gestanden, in der Nacht zum 12. Oktober 2014 zwei Brandsätze auf das Haus in Groß Lüsewitz geworfen zu haben. In dem Haus schliefen 38 Flüchtlinge, darunter 18 Kinder. Die Brandsätze richteten jedoch keinen Schaden an.

Das Landgericht Rostock verurteilte die Männer wegen versuchten Mordes und versuchter schwerer Brandstiftung. Das Urteil war nach einer Absprache unter den Prozessbeteiligten zustandegekommen.

Der Vorsitzende Richter betonte ausdrücklich das umfassende Geständnis der Angeklagten zum Tatablauf und zu ihrer Motivation. Sie hätten aus einer ausländerfeindlichen Gesinnung heraus und in ideologischer Verblendung gehandelt, sagte der Richter. Positiv bei der Strafzumessung sei die sichtbare Reue der Täter und deren Bitte um Entschuldigung bei den Hausbewohnern bewertet worden.

Das Gebäude war zur Tatzeit vollständig eingerüstet. Einer der Brandsätze zerschellte laut Anklage an dem Baugerüst und setzte ein Kunststofffenster in Brand. Die zweite Brandflasche fiel auf eine Wiese vor dem Gebäude. Ein Sachverständiger sprach davon, dass es womöglich lichterloh gebrannt hätte, wäre ein Brandsatz ins Hausinnere geraten.

Das Gericht sah bei der Tat drei Mordmerkmale erfüllt: Die Männer hätten wegen des Anschlags zur Nachtzeit heimtückisch gehandelt, wegen der Molotow-Cocktails mit gemeingefährlichen Mitteln und wegen Ausländerfeindlichkeit aus niedrigen Beweggründen. Sie seien trotz starken Alkoholkonsums voll steuerungsfähig gewesen. Sie hätten den Tod vieler Menschen, die zum Tatzeitpunkt geschlafen hatten, billigend in Kauf genommen.

Der Berliner Rechtsanwalt Peer Stolle begrüßte als Vertreter eines Geschädigten das Urteil. Das Gericht habe ausländerfeindliche und rassistische Motive festgestellt, sagte er. Obwohl die Rechtsprechung eindeutig sei, gebe es immer noch Staatsanwaltschaften, die bei solchen Taten nur wegen versuchter schwerer Brandstiftung ermittelten.

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