Zweifelsfrei wird man wohl nie wissen, ob tatsächlich der Mossad hinter dem tödlichen Anschlag auf Mahmud Abu al-Mahbouh (50) steckt. Al-Mabhouh koordinierte in der Hamas den Waffenschmuggel von Iran über Jemen, Sudan und Ägypten nach Gaza. Fast zehn Tage dauerte es auch, bis die Exil-Hamas jetzt den mysteriösen Tod ihres Führungsmitglieds im Al Bustan Rotana Hotel in Dubai als von Mossad-Agenten verübten Mord deklarierte. Israel hüllt sich in Schweigen.
Die Londoner Zeitung Times berichtete am Sonntag, Mabhouh sei eine Droge verabreicht worden, die eine Herzattacke vortäuschte. Blutanalysen hätten dies ergeben. Laut Hamas soll eine Elektroschockpistole im Spiel gewesen sein, danach sei das Opfer erstickt oder vergiftet worden.
Erwiesen ist, dass Mabhouh am 19. Januar aus Damaskus kommend in Dubai landete und eincheckte. Die Polizei geht davon aus, dass vier Männer mit europäischen Pässen ihn besuchten, umbrachten und Dokumente ablichteten, wie Spuren nahelegten. Als die Leiche am nächsten Mittag entdeckt worden sei, hätten die Täter bereits das Land verlassen.
Was nach Agententhriller klingt, passt zu einer Serie tödlicher Anschläge auf Männer, die in Verbindung zum Iran standen. Vor zwei Jahren starb der Hisbollah-Kommandant, Imad Mugnijah, in Damaskus durch eine Bombe. Auch der syrische General Mohammed Suleiman oder iranische Atomexperten starben durch unbekannte Hand.
Im November hatte zudem eine israelische Eliteeinheit den Frachter "Francop", der versteckte Waffen für die Hisbollah mitführte, gestürmt. Auch das belegt, dass Israels Geheimdienstler über das Netz von Hamas oder Hisbollah ziemlich gut Bescheid wissen. Erst kürzlich machte der militärische Abschirmdienst publik, die Hamas teste in Gaza Raketen von 60 bis 70 Kilometer Reichweite. Eine Information, so Militärkenner Alex Fisman, die "nicht nur die Neugierde der Leute stillen sollte. Es ist anzunehmen, dass Israel auch etwas dagegen tut".
Mabhouh galt als Strippenzieher im Waffenschmuggel. Aufgewachsen in Gazas größtem Flüchtlingslager Dschabalja, war er ein Kämpfer der ersten Stunde und Mitgründer der Issedin-el-Kassem-Brigaden der Hamas. Zwei Entführungen israelischer Soldaten in den Achtzigern gehen auf sein Konto. Danach setzte er sich ab ins Exil. Die Hamas hat geschworen, ihn mit Aktionen im Ausland zu rächen - eine neue Qualität, die für Israels Vertretungen weltweit das Risiko erhöht.
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