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Politik
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01. Mai 2014

Anzeige gegen Saalschützer : AfD wirft Pressevertreter raus

 Von 
Bernd Lucke. der Parteivorsitzende der Alternative für Deutschland (AfD).  Foto: dpa

Die eurokritische Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) hat zwei Pressevertreter offenbar gewaltsam an ihrer Arbeit gehindert: Bei einem Wahlkampfauftritt von Parteichef Bernd Lucke in Bremen wurden sie aus dem Saal geworfen.

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Bremen –  

Im August 2013 hatten vermummte Linksextremisten den AfD-Vorsitzenden bei einem Auftritt in einem Bremer Biergarten von der Bühne geschubst. Nach dieser Erfahrung traf die Partei besondere Sicherheitsvorkehrungen, als Bernd Lucke am Mittwoch in einem Bremer Saal Europawahlkampf machen wollte. Dabei ging die AfD offenbar zu weit: Sie warf nicht nur einzelne Störer, sondern auch zwei Pressevertreter hinaus.

Es handelte sich dabei um die Journalistin Andrea Röpke, die sich auf Wort- und Bildberichte über Rechtsextremismus spezialisiert hat, und einen sie begleitenden Fotografen, der auch für die tageszeitung (taz) arbeitet. Nach Röpkes Angaben trugen sie blaue Flecken davon und haben Anzeige erstattet.

Ein Sprecher des Bremer AfD-Landesverbands sagte am Donnerstag auf Anfrage der Frankfurter Rundschau, Besucher hätten sich beschwert, dass sie „offensiv abfotografiert wurden“. Ein von der AfD beauftragter Sicherheitsdienst habe die beiden Pressevertreter gebeten, dies zu unterlassen. Als sie dem nicht gefolgt seien, „wurden sie des Saales verwiesen“.

Andrea Röpke bestätigte auf FR-Nachfrage, dass sie und ihr Kollege wegen Foto- und Filmaufnahmen Hausverbot erhalten hätten. „Dabei haben wir nichts anderes gemacht als andere Kollegen auch.“ Bei einer öffentlichen Veranstaltung dürften selbstverständlich auch Publikumsreaktionen aufgenommen werden. Sogar ein AfD-Funktionär habe sich nicht fotografieren lassen wollen.

Als die beiden Pressevertreter nicht freiwillig gingen, wurden sie laut Röpke umringt und herumgeschubst. Dabei sei ihr Kollege zu Boden gegangen. Außerdem sei versucht worden, ihr die Kamera zu entreißen und den Aufnahmechip zu entnehmen. Am Ende hätten zwei Personen sie gegriffen und aus dem Gebäude gezerrt. In einem Radio-Bremen-Fernsehbericht war zu sehen, wie die 48-Jährige abgeführt wurde.

„Nicht viel mitbekommen“

„Wir haben Anzeige wegen Nötigung und anderem erstattet“, sagte Röpke weiter. Umgekehrt habe die AfD die beiden wegen Hausfriedensbruchs angezeigt.


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Dass der Sicherheitsdienst zu Gewalt gegriffen habe, „kann ich mir nicht vorstellen“, meinte der Bremer AfD-Sprecher. Es handele sich dabei um Profis, die sich sicherlich „im Rahmen der Bestimmungen bewegen“. Er selbst habe von dem Vorfall aber „nicht viel mitbekommen“.

Bei der Polizei war am Donnerstag kein für die Veranstaltung Zuständiger zu erreichen. Eine Polizeimeldung von Mittwochabend erwähnte lediglich rund 80 Gegendemonstranten vor dem Veranstaltungsgebäude sowie vereinzelte Störungen durch Zuhörer im Saal. Insgesamt seien zehn Anzeigen gefertigt worden, unter anderem wegen Hausfriedensbruchs und Körperverletzung.

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