Mit Massenprotesten haben tausende Menschen in arabischen Ländern auf die massiven israelischen Luftangriffe im Gazastreifen reagiert. In Ägypten, Jordanien, Syrien, dem Libanon, Irak und Dubai kam es am Wochenende zu teils gewaltsamen Großdemonstrationen gegen das israelische Vorgehen. Auch mehrere Staats- und Regierungschefs der arabischen Welt und der Türkei kritisierten die Angriffe. Die ägyptische Regierung erklärte, sich trotz der jüngsten Gewalt um eine neue Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas bemühen zu wollen.
Die Europäische Union rief Israel und palästinensische Extremisten zu einem Ende ihrer gegenseitigen Angriffe auf. "Es gibt keine militärische Lösung in Gaza", hieß es in einer Erklärung der französischen Ratspräsidentschaft. "Sehr besorgt" zeigte sich Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD). Der Bild am Sonntag sagte er: "Der Gazastreifen droht erneut in einer Spirale der Gewalt zu versinken." Das Vorgehen der Hamas verurteilte der Außenminister scharf. Er appellierte aber auch an die israelische Seite, bei den Militäraktionen das Gebot der Verhältnismäßigkeit zu respektieren.
US-Präsident George W. Bush forderte die Hamas zu einem Ende ihrer Raketenangriffe auf. Zugleich äußerte er sich besorgt über die Lieferung humanitärer Hilfsgüter in den Gazastreifen. Der UN-Sicherheitsrat forderte Israel und die Palästinenser unterdessen zu einem sofortigen Ende der Gewalt auf. Er sprach sich zudem für die Öffnung der Grenzübergänge zwischen Israel und dem Gazastreifen aus. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zeigte sich alarmiert über die Gewalt und das Blutvergießen im Gazastreifen und verurteilte die "exzessive Anwendung von Gewalt" von Seiten Israels.
Der südafrikanische Friedens-Nobelpreisträger Erzbischof Desmond Tutu rückte die israelische Militäroffensive in die Nähe von Kriegsverbrechen: Angesichts des völligen Fehlens effektiver palästinensischer Luftabwehr trage "die Bombardierung alle Anzeichen von Kriegsverbrechen". ap/dpa
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