kalaydo.de Anzeigen

Assad: Westerwelle fordert Machtwechsel in Syrien

Außenminister Guido Westerwelle hat sich erstmals offen für einen Machtwechsel in Syrien ausgesprochen. "Präsident Assad hat keine Zukunft".

Assads Grausamkeiten und Repressionen müssen aufhören: Guido Westerwelle.
"Assads Grausamkeiten und Repressionen müssen aufhören": Guido Westerwelle.
Foto: dpa

Außenminister Guido Westerwelle hat den syrischen Präsidenten Baschar Assad offen zum Rückzug aufgefordert. „Präsident Assad hat keine Zukunft“, sagte der FDP-Politiker am Donnerstag nach einem Treffen mit dem israelischen Verteidigungsminister Ehud Barak in Tel Aviv. Assad müsse den Weg für eine friedliche Transformation in seinem Land freimachen. Im Atomstreit mit dem Iran wandte sich Westerwelle gegen eine militärische Intervention.

Westerwelle sagte, die Gewalt und Repressionen müssten ein Ende haben. Das sei die gemeinsame Position der internationalen Gemeinschaft. Und dies müsse nun auch der UN-Sicherheitsrat klar ausdrücken. „Daran arbeiten wir.“

Das Assad-Regime geht seit Monaten mit brutaler Gewalt gegen die Opposition vor. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen sind seit Beginn der Proteste im vergangenen März mindestens 5400 Menschen getötet worden. Eine Resolution des UN-Sicherheitsrats gegen das syrische Regime ist bislang am Widerstand Chinas und vor allem Russlands gescheitert.
Hinter den Kulissen laufen intensive Gespräche, um Russland zum Umdenken zu bewegen. Inzwischen gibt es bei den UN-Verhandlungen zu Syrien nach Angaben von Diplomaten Fortschritte.

„Ich denke, wir wissen inzwischen viel besser, was zu tun ist, um eine Einigung zu erzielen“, sagte der russische UN-Botschafter Witali Tschurkin am Mittwochabend (Ortszeit) in New York.

Westerwelle gegen Militärintervention

Westerwelle rief auch die iranische Führung zum Einlenken auf. Schon die Option auf eine atomare Bewaffnung des Landes sei nicht akzeptabel, sagte er. Der Minister rief Teheran auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Eine militärische Lösung will der deutsche Chefdiplomat nicht. Es sei nicht die Zeit, über solche Dinge zu spekulieren. Der Sinn von Diplomatie und Außenpolitik sei es, Kriege zu verhindern. Sanktionen seien der richtige Weg.
Der Westen wirft dem Iran vor, mit seinem Nuklearprogramm die Entwicklung von Atomwaffen anzustreben. Teheran bestreitet das. Die Europäische Union hatte vor einigen Tagen einen Boykott iranischer Ölprodukte vereinbart, um das Land zum Einlenken zu bewegen.

Barak begrüßt Sanktionen

Westerwelle betonte, er sei überzeugt, dass die Sanktionen Wirkung entfalteten. Deshalb gehe es darum, die internationale Gemeinschaft dahinter zu versammeln. Es sei wichtig, dass andere Staaten die Sanktionen nicht unterliefen - etwa durch eine Steigerung ihrer Ölimporte aus dem Iran.

Barak mahnte, die Welt müsse sich geschlossen gegen die nuklearen Ambitionen des Iran stellen. Er begrüßte die Sanktionen der EU. Zu einem möglichen Militärschlag gegen das Land äußerte auch er sich zurückhaltend. „Ich glaube nicht, dass wir irgendwelche Pläne für militärische Aktionen in der Öffentlichkeit diskutieren sollten“, sagte er. Es sei noch immer die Zeit für Diplomatie und Sanktionen. Grundsätzlich seien aber alle Optionen auf dem Tisch.

Westerwelle war am Sonntag zu der fünftägigen Nahost-Reise aufgebrochen - mit Stationen in Jordanien, Ägypten, Israel und den palästinensischen Gebieten. Am Donnerstagabend wurde er in Berlin zurück erwartet. (rtr/dpa)

Datum:  2 | 2 | 2012
Kommentare:  3
Empfehlen:  E-Mail
Leserbrief:  Leserbrief
Artikel:  Drucken
Ressort

Nachrichten aus der Politik, Kommentare, Doku und Debatten


US-Wahl 2012: Countdown für Obama

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
Countdown für Obama - das Weblog zur US-Wahl


Spezial: US-Wahl 2012

Bleibt Barack Obama Präsident der USA? Oder macht Mitt Romney von den konkurrierenden Republikanern das Rennen?

US-Wahl-Spezial mit Analyse und Hintergrund

Interaktive Karte zu den Vorwahlen der Republikaner

Exklusive Reportagereise durch den Wahlkampf

Weblog der USA-Experten unserer Redaktion

Kolumne

Die Politik ist eine Castingshow - und Angela Merkel ihr Dieter Bohlen: Stephan Hebel in seiner Audioslideshow über Peter Altmaier (eine Runde weiter!), den Osterhasen (Artenvielfalt gerettet!) und einen friedlosen ESC (wo ist Nicole, wenn man sie braucht?). Über Fußball - diesmal kein Wort!

Interaktiv

Wer sitzt mit wie vielen Abgeordneten im Bundesrat? Alle Ministerpräsidenten, alle Zahlen und Fakten hier!

Anzeige

 

Anzeige

 

Video
Spezial: Israel-Iran-Konflikt

Bombardiert Israel die iranischen Atomanlagen? Weitet sich der Konflikt zum Regionalkrieg aus? Werden gar die USA hineingezogen? Die Lage in Nahost spitzt sich dramatisch zu. Das Spezial.


Politik-Spezial

Ihr Wunsch-Bundespräsident Wulff scheitert, sie muss Gauck als Nachfolger hinnehmen, ihre Mehrheit steht im Bundestag nicht mehr hinter ihr: Die Autorität von Bundeskanzlerin Merkel schwindet. Das Spezial.


Fotostrecke
Plaßmanns Welt (295 Bilder)
Fotostrecke
Meeresbewohner: Leuchtend grüne Quallen gleiten durch ein Aquarium.

Manchmal sind es die kleinen, schönen Dinge am Rande, die beeindrucken. Die zeigen wir in unseren Bildern des Tages.

Revolte

Protest und Party, Revolte - aber keine Revolution: 1968 hat die Gesellschaft nachhaltig verändert.

Quiz
Wissens-Test.

Politik, Sport, Wirtschaft - wie gut sind Sie informiert? Machen Sie den Test mit dem unterhaltsamen Tagesquiz.

ANZEIGE
- Business
- Kauftipps!