Das AKW Fessenheim im Elsass - es ist das älteste Atomkraftwerk Frankreichs. Der Meiler liegt nur vier Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Das AKW steht auf wackeligem Boden, dem Rheingraben. Wenn hier die Erde bebt, und das passiert oft, könnte das Kraftwerk Schaden nehmen.
Seit 1977 ist die Anlage in Betrieb. Die Betonplatte unter dem Reaktorbehälter des Blocks 1 ist nur eineinhalb Meter dünn - die schwächste aller französischen Reaktoren.
Kritiker fordern seit Jahrzehnten die Stilllegung des Kraftwerks. Einem schweren Erdbeben würde der Reaktor nicht standhalten. Stürzt ein Flugzeug darauf, könnte das zur Katastrophe führen. Deutschland wäre unmittelbar betroffen.
Sarkozy: Werde Fessenheim nicht abschalten
Nun hat der französische Präsident Nicolas Sarkozy das AKW Fessenheim besucht, und sich dafür ausgesprochen, es am Netz zu halten. Er werde das Kraftwerk nicht abschalten, sagte Sarkozy dem Radio France Alsace.
Die französischen Sozialisten, mit ihrem Präsidentschaftskandidaten François Hollande, wollen das veraltete AKW im Falle eines Wahlsiegs stilllegen lassen.
Die französische Atomaufsicht (ASN) ist der Ansicht, Fessenheim könne noch zehn Jahre weiter betrieben werden. Nach der Atom-Katastrophe von Fukushima hatte sie die französischen Reaktoren überprüft und Sicherheitsmaßnahmen veranlasst.
Atomkraftgegner demonstrieren
Fessenheim-Kritiker demonstrierten während des Sarkozy-Besuchs in der Nähe des Kraftwerks. Ewa 60 Atomkraftgegnern aus Deutschland gelang es aber nicht, sich Sarkozy oder dem Reaktor zu nähern. Die Polizei hatte das Gebiet weiträumig abgesperrt.
Frankreich betreibt 58 Reaktoren an 19 Standorten. Atomstrom deckt rund drei Viertel des französischen Stromverbrauchs. (mit dpa)
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