Der Wissenschaftler beruft sich bei seiner Behauptung auf einen Atommüll-Lieferschein vom Januar 1977. Der Liste zufolge, die dapd vorliegt, wurden damals 49 Fässer mit radioaktivem „Schrott“ in die Asse gebracht, die an der Außenseite Strahlendosen zwischen 5500 und 7000 Rem pro Stunde aufwiesen. „Das fällt ohne jeden Zweifel in die Kategorie hochradioaktiv“, sagte Bertram am Donnerstag.
Die 49 Fässer hatten der Liste zufolge 24 Zentimeter dicke Eisenwände und eine zusätzliche Ummantelung. Auch das deute auf eine extreme Strahlung hin, erklärte Bertram. Als Absender der Fässer ist die Gesellschaft für Kernforschung aus Karlsruhe vermerkt, die teilweise im Auftrag der Kernkraftwerksbetreiber die meisten Abfälle in die Asse bringen ließ. Der Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS), Wolfram König, sagte eine Prüfung des Dokumentes zu.
In dem ehemaligen Salzbergwerk bei Wolfenbüttel lagern insgesamt rund 125.000 Fässer mit Atommüll. Ein unter Leitung des früheren Betreibers Helmholtz Zentrum erstellter „Inventarbericht“ hatte vor wenigen Wochen bestätigt, dass darunter auch rund 15.000 Fässer mit mittelradioaktiven Abfällen sind. Bis dahin hatten offizielle Stellen lediglich 1800 Fässer genannt. Bertram war Professor an der Technischen Universität Braunschweig. Er ist Mitglied der „Arbeitsgruppe Optionenvergleich“, die das BfS bei der Sanierung der Asse berät. (dapd)
Asse - das ist ein altes Bergwerk, in dem Salz abgebaut wurde. Inzwischen ist es Lagerstätte für Atommüll und nebenbei noch Produktionsstätte für Lauge. Denn immer mehr Wasser sickert in die Anlage.
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