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Atomunglück in Fukushima: Arbeiter auf Notfall nicht vorbereitet

Die Angestellten in der Atomanlage in Fukushima konnten den Stromausfall nach dem Tsunami nicht bewältigen, da sie unzureichend ausgebildet waren. Zu diesem Ergebnis kommt ein neuer Untersuchungsbericht der Regierung.

Ein Arbeiter überwacht Monitore in der zerstörten Atomanlage Fukushima (Archivbild).
Ein Arbeiter überwacht Monitore in der zerstörten Atomanlage Fukushima (Archivbild).
Foto: dapd

Die Reaktion der zuständigen Stellen auf den Atomunfall nach dem Tsunami vom 11. März in Japan war laut einem Untersuchungsbericht der Regierung in Tokio konfus und fehlerhaft. Dem am Montag vorgelegten Bericht zufolge waren die Arbeiter des Kraftwerksbetreibers TEPCO nicht dafür ausgebildet, in der Anlage Fukushima Dai-ichi Notlagen wie den Stromausfall nach dem Tsunami zu bewältigen.
Außerdem hätten die Arbeiter fälschlicherweise angenommen, dass ein Notkühlsystem funktioniere. Der Tsunami hatte die Notgeneratoren des Kraftwerks zerstört, wodurch die Reaktoren der Anlage nicht mehr gekühlt werden konnten und es zur Kernschmelze kam. Sowohl die Kommunikation der Arbeiter untereinander als auch mit der Regierung funktionierte laut Bericht nicht.

Informationspolitik der Regierung in der Kritik

Die zuständigen Behörden hätten unterdessen das Risiko von Tsunamis stark unterschätzt. So wurde davon ausgegangen, dass eine Flutwelle maximal sechs Meter erreichen würde, tatsächlich erreichte der Tsunami aber die doppelte Höhe. Laut Bericht waren die durch den Tsunami verursachten Schäden allerdings womöglich so schwer, dass es auch bei einer vorbildlichen Reaktion dennoch zur Kernschmelze gekommen wäre. Jedoch hätten Lecks, durch die strahlendes Material in die Umwelt entwich, verhindert werden können.

Auch die Informationspolitik der Regierung wird kritisiert. Sie habe ausweichende Sprache eingesetzt, um die Kernschmelzen zu vertuschen, wodurch eine Evakuierung des betroffenen Gebietes verzögert worden sei. Der Zwischenbericht gab einen Überblick über die Ermittlungen der Regierung zu dem Unglück, die Mitte 2012 abgeschlossen sein sollen. Für den insgesamt 507 Seiten starken Bericht wurden mehr als 400 Beteiligte befragt, darunter Arbeiter und Regierungsangestellte. (dapd)

Datum:  26 | 12 | 2011
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