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18. Oktober 2015

Attentat auf Henriette Reker: Schadenfreude, Häme und Verschwörungstheorien

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Inwieweit der Angriff auf Henriette Reker die Wutbürger von Pegida mobilisieren wird, wird man am Montagabend in Dresden sehen.  Foto: dpa

In rechtspopulistischen, islamfeindlichen Pro-Pegida-Foren wird der Angriff auf die Kölner Oberbürgermeister-Kandidatin zahlreich kommentiert. Die Reaktionen reichen von Verschwörungstheorien, über Medienschelte bis hin zu Schadenfreude und Häme.

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Es gibt wenig  Zweifel daran, dass der Anschlag auf die Kölner Oberbürgermeister-Kandidatin Henriette Reker (parteilos) ein fremdenfeindlicher war. Laut Medienberichten hatte der Täter Frank S. einen rechtsradikalen Hintergrund.  Er gab nach der Tat selbst zu, „gezielt und bewusst“ aus fremdenfeindlichen Motiven gehandelt zu haben.

In rechtspopulistischen, islamfeindlichen Pro-Pegida-Foren wird der Angriff auf Reker zahlreich kommentiert. Sie Reaktionen reichen von Verschwörungstheorien, über Medienschelte bis hin zu Schadenfreude und Häme.

„Von mir gibt es keine Genesungswünsche“ heißt es da. Oder: „Wir wollen uns eine klammheimliche Freude verkneifen, um nicht in linke Methoden zu verfallen.“

Für die Integration von Flüchtlingen

Wegen dieser „schwarz-grünen Tante brauche man jetzt keine Träne abdrücken“, schreibt eine Kommentatorin. Reker hätte jetzt Zeit, über ihre Verfehlungen nachzudenken. Sie sei ja selbst Schuld an dem Angriff. „Diese Frau hat bisher Krieg gegen das eigene Land, dessen Kultur und Sprache geführt, indem sie Massenüberflutung massiv durch ihre Arbeit vorangetrieben hat“, schreibt ein weiterer Schreiber.

Reker hatte sich im Wahlkampf in Köln für die Integration von Flüchtlingen ausgesprochen. Außerdem ist sie als Sozialdezernentin für die Unterbringung von Flüchtlingen in Köln zuständig.

Auch die Medien kommen in den Kommentarspalten nicht zu kurz. Von „Systempresse“ ist die Rede und davon, dass die Presse das Attentat auf die OB-Kandidatin instrumentalisieren wolle, um gegen Pegida vorzugehen. Ein User schreibt: „Das verlogene Regime schiebt Panik und braucht unbedingt ein ‚rechtes‘ Attentat.“


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Einige sind der Meinung, dass nur über den Vorfall berichtet werde, weil es eine Politikerin traf: „Wenn  Bundesbürger mit dem Messer attackiert werden,  sind es bedauerliche Einzelfälle und sie sind nicht der Rede wert.“  Wenn  es aber einem Politiker passiere, dann sei die Tat „unfassbar und die Empörung ist groß“.

Jahrestag von Pegida

Ein  Verschwörungstheoretiker glaubt, dass das Attentat jetzt ausgenützt werde, „um die Merkelsche Ermächtigungspolitik in der Flüchtlingsfrage durchzupeitschen und den Widerstand in der Bevölkerung zu brechen“.

Ein Pegida- Sympathisant prognostiziert, dass dem Täter beim Verhör in den Mund gelegt werde, dass er durch Pegida zu dieser Tat ermutigt wurde.  „Pegida und Co werden erstmal als Schuldige ausgedeutet und stärker bekämpft, aber das wird nichts nutzen. Im Gegenteil, das wird den Widerstand noch stärker machen.“

Inwieweit der Angriff auf Henriette Reker die Wutbürger von Pegida mobilisieren wird, wird man am Montagabend in Dresden sehen. Dort versammelt sich Pegida zu ihren ersten Jahrestag, zehntausende Anhänger der flüchtlingsfeindlichen Demo werden erwartet.

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