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Plagiatsaffäre: Aufstand der Akademiker

In der Plagiatsaffäre um seine Doktorarbeit übt inzwischen die wissenschaftliche Elite des Landes erheblichen Druck auf Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg aus, endlich zurückzutreten.

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) gibt in Muenchen (28.02.11) vor dem Beginn der CSU-Vorstandssitzung Interviews.
Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) gibt in Muenchen (28.02.11) vor dem Beginn der CSU-Vorstandssitzung Interviews.
Foto: dapd

Auch sein damaliger Doktorvater Peter Häberle ging auf Distanz zu dem Minister.

Der Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft, Jürgen Mlynek, sagte am Montag der Frankfurter Rundschau: „Zur Wissenschaft gehören unteilbar Wahrheit, Aufrichtigkeit und Redlichkeit.“ Verstöße gegen Standards „wie Plagiate oder Fälschungen führen normalerweise zu Sanktionen“.

Karl Ulrich Mayer, Präsident der Leibniz-Gemeinschaft, sagte: „Wir haben keinerlei Verständnis dafür, dass gravierendes wissenschaftliches Fehlverhalten als Kavaliersdelikt abgetan wird.“

Der Kanzler des Ordens „Pour le Mérite“, Eberhard Jüngel, sprach von einer „akademischen Untat“. Er fasste sein Urteil im Gespräch mit der FR in das Wort „pfui!“ . Das Verhalten des Verteidigungsministers seit Bekanntwerden des Skandals sei eine fortgesetzte Zumutung. „Welche Konsequenz Herr zu Guttenberg als Betroffener zu ziehen hat, das sollte ihm sein Gewissen sagen“, so der Theologe. Der „hoffentlich nicht erfolgreiche Versuch der Bagatellisierung“ durch die Regierung könne dem Ruf des Wissenschaftsstandorts Deutschland empfindlich schaden. Der Orden „Pour le Mérite“ wird an einen exklusiven Wissenschaftler-Kreis verliehen.

Alles nur geklaut: Berühmte Plagiate

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Wissenschaft sauer auf Guttenberg - Demo in Berlin

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Der Chef des „Frankfurter Zukunftsrats“, der Historiker Manfred Pohl, legte Guttenberg angesichts einer „offensichtlichen Diskrepanz zwischen äußerem Auftreten und nach innen gelebten Werten“ den Rücktritt nahe.

Der inzwischen emeritierte Bayreuther Jura-Professor Peter Häberle erklärte, die Mängel in Guttenbergs Dissertation seien „schwerwiegend und nicht akzeptabel“.

Autor:  K. Tichomirowa und J. Frank
Datum:  28 | 2 | 2011
Kommentare:  11
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