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17. Oktober 2012

Auslieferung gestoppt: Britischer Hacker entgeht der US-Justiz

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Gary McKinnon hat sich in Computer der US-Streitkräfte und der Weltraumbehörde Nasa einhackt. Foto: REUTERS

Der Schotte Gary McKinnon sollte in die USA ausgeliefert werden, weil er sich massenweise in amerikanische Militär-Computer eingehackt hatte. Bis zu 70 Jahre Haft hätten ihm dort gedroht. Doch nun stoppte Innenministerin May die Auslieferung.

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Es war der Glaube an die UFOs, der Gary McKinnon in Konflikt mit der US-Justiz brachte. Denn der Schotte glaubte so felsenfest an die Existenz der Außerirdischen, dass er sich 2001 und 2002 in insgesamt 97 hochgeheime Computer der US-Streitkräfte und der Weltraumbehörde Nasa einhackte, um nach Informationen über außerirdische Besucher zu suchen. Ihre hochentwickelten Technologien, so erklärte McKinnon, hätten der Menschheit helfen können, die Umweltzerstörung auf der Erde zu stoppen.

Zehn Jahre lang bemühten sich die US-Behörden, McKinnon wegen seiner Hackerei ausgeliefert zu bekommen. Über 700.000 Dollar Schaden habe der Schotte angerichtet, zeitweilig sowohl das Computernetzwerk der US-Armee im der Hauptstadt Washington als auch die Computer der Atlantik-Flotte lahmgelegt. Er sei verantwortlich für den größten Fall von Hackerei in Militärcomputern in der Geschichte der USA, sagten die amerikanischen Behörden.

Bereits 2002 bestätigte ein Geschworenengericht in Virginia die Anklage, nach der McKinnon bis zu 70 Jahre Gefängnis in den USA gedroht hätten. McKinnon zog bis vor den Europäischen Gerichtshof´, um die drohende Auslieferung in die USA zu verhindern. Doch die Gerichte entschieden gegen ihn; zwischen den USA und Großbritannien gibt es ein zwar umstrittenes, aber juristisch wasserdichtes Auslieferungsabkommen, dass die Überstellung britischer Staatsbürger an die US-Justiz zulässt.

"Unglaublich mutig"

Ausgerechnet die konservative britische Regierung, die auf die besonderen Beziehungen zu Washington so viel Wert legt, stoppte im Falle McKinnons nun die Auslieferung. Innenministerin Theresa May erklärte im Parlament, der heute 46-Jährige dürfe in Großbritannien bleiben, weil er am Asperger-Syndrom, einer Form von Autismus, leide und selbstmordgefährdet sei. Nun müsste die britische Justiz entscheiden, ob sie McKinnon wegen der Computerangriffe zur Rechenschaft ziehen wolle.

"Die USA sind von der Entscheidung enttäuscht, die Auslieferung von Gary McKinnon abzulehnen", sagte die Sprecherin des amerikanischen Außenamtes, Victoria Nuland. Es sei lange überfällig gewesen, dass McKinnon sich der Justiz in den USA hätte stellen müssen. "Wir prüfen die Einzelheiten der Entscheidung." Dagegen dankte McKinnons Mutter Janis Sharp der Ministerin von Herzen. Unglaublich mutig sei Theresa May gewesen, den USA so die Stirn zu bieten, sagte sie.

Die liberale britische Zeitung Guardian warnte allerdings vor der Erwartung, die britische Regierung habe nun ihr Herz für Gefangene entdeckt. Sie erinnerte daran, dass May erst unlängst die Auslieferung von zwei jungen Briten in die USA zuließ, denen ebenfalls Straftaten im Zusammenhang mit Computern zur Last gelegt werden und von denen einer ebenfalls am Asperger-Syndrom leidet. Zwei Unterschiede allerdings gab es zum Fall McKinnon: Die beiden ausgelieferten Briten stehen unter Terrorismus-Verdacht, und sie sind Muslime.

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