Israels Außenminister Avigdor Lieberman tritt zurück. Für ihn habe jetzt Vorrang, seinen guten Ruf wiederherzustellen, gab der Rechtspopulist überraschend am Freitagnachmittag bekannt.
24 Stunden zuvor hatte der Generalstaatsanwalt eine Anklage gegen ihn wegen Amtsmissbrauchs und Betrugs angekündigt. Noch am Vorabend hatte Lieberman erklärt, er sähe keinen Anlass, sein Amt niederzulegen. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wird das Außenamt nun kommissarisch leiten.
Für den Sinneswandel sorgte der Rat seiner Anwälte, die Zeit bis zu den Neuwahlen am 22. Januar zu nutzen, um die Vorwürfe in einem möglichst schnellen juristischen Deal aus der Welt zu schaffen.
Sollte Lieberman ein gewisses Fehlverhalten einräumen, könnte er mit einer Buße davon kommen und nach einem Wahlsieg der Likud-Beitenu-Liste, auf der er direkt hinter Netanjahu kandidiert, ein neues Regierungsamt übernehmen.
Lieberman soll sich über den damaligen Botschafter im weißrussischen Minsk, Zeev Ben-Arieh, geheimes Ermittlungsmaterial verschafft haben. Ben-Arieh habe ihm im Oktober 2008 ein Kuvert überreicht und sei mit Beförderungen belohnt worden. Die Sache flog 2009 allerdings auf. Ben-Arieh wurde wegen Justizbehinderung verurteilt.
Lieberman selbst lieferte eine eigene Version. Besagter Botschafter habe ihm zwar einen Umschlag in die Hand gedrückt. Aber er habe entgegnet, „diesen Unsinn zu lassen“ und den Inhalt in der Toilette hinuntergespült.
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