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Politik
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24. Januar 2013

Bedrohungswarnung Libyen: Westliche Bürger sollen Bengasi verlassen

Das US-Konsulat in Bengasi brannte im September 2012. Foto: dpa

Die Regierungen in Berlin und London fordern alle Staatsbürger zum sofortigen Verlassen der ostlibyschen Stadt Bengasi auf. Es lägen Hinweise auf eine „unmittelbare konkrete“ Bedrohung westlicher Staatsangehöriger in Bengasi vor, hieß es von beiden Außenministerien.

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Terrorangst in Libyen: Wegen einer konkreten Bedrohung haben westliche Regierungen ihre Staatsbürger dazu aufgerufen, die Region um die Hafenstadt Bengasi umgehend zu verlassen. Das Auswärtige Amt warnte im Internet vor einer „unmittelbaren konkreten“ Gefahr. Zuvor hatte die britische Regierung eine ähnliche Warnung herausgegeben.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle sprach bei einem Besuch in Lissabon von einer „ernsten und delikaten Lage“. Die Warnung sei aufgrund von „verschiedenen Hinweisen“ erfolgt. Konkreter wurde Westerwelle nicht. Das Auswärtige Amt geht von nur wenigen Deutschen in Bengasi aus, konnte aber keine genaue Zahl nennen.

Bei einem Angriff auf das US-Konsulat in Bengasi am 11. September waren der US-Botschafter Christopher Stevens und drei weitere Diplomaten ums Leben gekommen. Vor einer Woche waren bei einem Geiseldrama im Nachbarland Algerien rund 70 Menschen getötet worden. Der Angriff islamistischer Kämpfer auf eine Gasförderanlage in der algerischen Wüste war eine Reaktion auf die französische Intervention im westafrikanischen Mali.

Reisen in Küstenregion

Seitdem ist die ganze Region in Alarmbereitschaft. Für Libyen hatte das Auswärtige Amt bereits vor dem aktuellen Hinweis eine Reisewarnung ausgegeben. „Die Lage im ganzen Land ist weiterhin unübersichtlich. Bewaffnete Auseinandersetzungen finden vereinzelt weiterhin statt und sind jederzeit möglich“, heißt es darin. Die jetzige konkrete Warnung vor einer Bedrohung mit der dringenden Aufforderung das Land zu verlassen, ist aber äußerst ungewöhnlich.

Das britische Außenministerium warnte auch vor Reisen in andere Städte der Küstenregion wie beispielsweise Misrata. Air Malta strich nach der britischen Warnung einen Flug nach Bengasi.

Der stellvertretende libysche Innenminister Abdallah Massud reagierte mit „Erstaunen“ auf die Warnung. Bengasi habe zwar schon seit Monaten mit „Sicherheitsproblemen“ zu kämpfen, doch gebe es keine „neuen Erkenntnisse“ die eine derartige Reaktion rechtfertigten, sagte Massud der Nachrichtenagentur AFP. Er kündigte an, Tripolis werde von London eine Erklärung verlangen.

Rösler sagt Treffen ab

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) hatte am Mittwoch wegen der angespannten Sicherheitslage in Nordafrika eine Reise nach Algerien und Libyen abgesagt. Der Vizekanzler und FDP-Chef wollte vom 5. bis 7. Februar mit Vertretern von deutschen Firmen in beide Länder reisen, um vor allem Energie- und Infrastrukturprojekte voranzubringen. Auch waren in Algier und Tripolis hochrangige Gespräche mit Regierungsvertretern geplant.

Der Angriff auf das US-Konsulat in Bengasi am 11. September war erst Tage später von der Regierung in Washington ausdrücklich als gezielter Terrorakt eingestuft worden. US-Außenministerin Hillary Clinton hatte am Mittwoch in einer Anhörung die Schuld für Sicherheitsversäumnisse vor dem Anschlag auf sich genommen. Deutschland hat kein Konsulat in Bengasi. (dpa/afp)

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