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12. März 2012

Bertelsmann-Stiftung : Bildungsstudie: Ali kommt hier nicht rein

Die Studie der Bertelsmann-Stiftung zeigt: Deutsche Schulen sind ungerecht.  Foto: dpa

Deutsche Schulen sind ungerecht, zeigt eine neue Studie, viele Gymnasien sind Biotope für die Kinder der Oberschicht. Die Ausgrenzung von sozial Schwachen ist nur eines der Probleme.

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Kinder aus sozial starken Familien haben eine fast fünf Mal bessere Chance, das Gymnasium zu besuchen, ergibt eine Studie der Bertelsmann-Stiftung und des Instituts für Schulentwicklungsforschung.

Die Studie hat erstmals die Schulsysteme aller Bundesländer auf Chancengerechtigkeit untersucht.

Ergebnisse erschreckend

Die Ergebnisse sind bedrückend. Ein Beispiel: In Mecklenburg-Vorpommern schaffen 14,1 Prozent der Jugendlichen nicht einmal den Hauptschulabschluss. Andere Bundesländer machen das Gymnasium dicht: In Baden-Württemberg etwa schafften es 2009/10 weniger als vierzig Prozent der Viertklässler auf diese Schulform. Nordrhein-Westfalen hat mit 54 Prozent den höchsten Anteil an Gymnasiasten.

Besonders Schulen in Bayern, Baden-Württemberg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein bevorzugen laut Studie Kinder mit gebildeten, reichen Eltern, berichtet Spiegel Online. Trotz gleicher Leistungen kommen diese sechsmal so häufig auf Gymnasien wie Arbeiterkinder.

„Wir können es nicht hinnehmen, wenn Bildungserfolg in erheblichem Maße von der Herkunft abhängig ist“, klagt der Stiftungs-Vorsitzende Jörg Dräger der Taz. Dräger war früher selbst Wissenschaftssenator in Hamburg, inzwischen hat er die Seiten gewechselt.

Einmal Sonderschule, immer Sonderschule

Die Studie zeigt auch, wie Kinder in Förderschulen ausgegrenzt werden: Die Quote der Förderschüler, die auf eine andere Schule wechseln, ist verschwindend gering. Sie liegt zwischen 0.3 und 3,8 Prozent.

Keine vergleichenden Zahlen gibt es zu der Frage, ob die Inklusion von Behinderten auf normale Schulen funktioniert. Schuld ist die ablehnende Haltung der Kultusministerkonferenz, die für die Studie die Herausgabe von Zahlen verweigerte. "Ländervergleiche sind Aufgabe der KMK und nicht die unabhängiger Institute", begründete die KSK ihre Weigerung gegenüber der Bertelsmann-Stiftung.

Manches wollen die Bildungspolitiker offenbar doch nicht allzu genau wissen. (jon/dpa)

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