Den Haag. Es stand nicht in ihrer offiziellen Agenda. Aber Königin Beatrix der Niederlande jettete von ihrem Staatsbesuch in Norwegen diesmal nicht direkt nach Hause - sie flog weiter nach Spanien. Ziel: Sitges südlich von Barcelona. Dort traf sich am Wochenende im Hotel Dolce wieder einmal die mysteriöse und einflussreiche Bilderberg-Gruppe zum geheimen und vertraulichen Gedankenaustausch.
Es ging um die Probleme, die die Welt heute bewegen: Euro- und Wirtschafts-Krise, einen Iran mit Atomwaffen, Nordkorea und dessen nukleare Bedrohung, die Ölpest im Golf von Mexiko und die Herausforderung des Islam für die westliche Welt.
Als eines der einflussreichsten Networks der Welt gelten die Konferenzen, die 1954 der inzwischen verstorbene Vater von Königin Beatrix der Niederlande, Prinz Bernhard, ins Leben rief.
Es sind regelmäßige Geheimtreffen führender Persönlichkeiten aus der ganzen Welt. Eingeladen wird durch die Niederlande; die Treffen werden immer an einem anderen Ort einmal im Jahr abgehalten. Die Gruppe heißt so, weil das erste Treffen unter Leitung von Prinz Bernhard im Mai 1954 im Hotel De Bilderberg in Oosterbeek stattfand. (hh)
Gastgeber war der spanische König Juan Carlos, ein enger Freund von Königin Beatrix der Niederlande. Unter den Gästen waren - wie immer bei Bilderberg-Treffen - tonangebende Persönlichkeiten aus Politik und Gesellschaft. US-Altpolitiker Bill Clinton und Henry Kissinger sollen mit von der Partie gewesen sein, ebenso der britische Ex-Premier Tony Blair und Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann sowie andere führende Manager aus den USA, Europa und Asien und der ehemalige Vorstandsvorsitzende des Ölkonzerns Royal Dutch Shell, Jeroen van der Veer.
Wichtigstes Thema war diesmal die Finanzpolitik, insbesondere die Dollar-Euro-Parität. Man debattierte darüber, ob der Euro die jetzige Krise überleben werde und ob der Dollar nicht über eine Inflation abgewertet werden sollte, damit die Amerikaner dadurch "billig" ihre hohen Schulden abbauen können, berichtete ein Insider in Den Haag.
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