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09. Juni 2011

Bilderberg-Konferenz: Geheimtreffen mit ungebetenen Zaungästen

 Von Marcus Klöckner
Der Elite-Zirkel Bilderberg hat dieses Jahr nach St. Moritz geladen. Foto: dpa

Bei der sonst so abgeschirmten elitären Bilderberg-Konferenz mit Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Adel, Medien und Forschung werden erstmals Proteste erwartet. Die Aktivisten organisieren sich auf zwei Internetseiten.

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Bei der sonst so abgeschirmten elitären Bilderberg-Konferenz mit Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Adel, Medien und Forschung werden erstmals Proteste erwartet. Die Aktivisten organisieren sich auf zwei Internetseiten.

Es ist wie in jedem Jahr, und doch ist es anders. Der Lenkungsausschuss des Elite-Zirkels „Bilderberg“ hat geladen, und handverlesene Funktionsträger aus den westlichen Demokratien machen sich auf den Weg. Wie seit mehr als 50 Jahren treffen sich auch in diesem Jahr Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Adel, Medien und Forschung zu einer dreitägigen Konferenz hinter verschlossenen Türen.

Wie in den vergangenen Jahren hat die Gruppe gleich ein ganzes Hotel gemietet, um bei ihrem Treffen ungestört zu. Benannt ist das Treffen nach dem niederländischen Hotel de Bilderberg, in dem das Treffen 1954 zum ersten Mal stattfand.

Die Machtelite ist gerne unter sich, wenn sie beispielsweise über die „Europäische Union und die Krise des Euros“ redet oder der Frage nachgeht, ob „die Finanzreformen Fortschritte machen“. Zwei Themen, die im vergangenen Jahr auf der Agenda standen.

Doch dieses Mal, wenn die „Bilderberger“ vom 9. bis 12. Juni im schweizerischen St. Moritz zusammenkommen, ist die Aufmerksamkeit größer: Seit Tagen berichtet die Schweizer Presse über die „Geheimkonferenz“, die nun nicht mehr so geheim ist. Die Lokalzeitung Engadiner Post, die auch in St. Moritz erscheint, fragt beispielsweise, ob für die Dauer der Konferenz Auswirkungen auf das Dorfleben zu erwarten seien.

Teilnehmer

An den Konferenzen haben in den vergangenen Jahren unter anderem folgende Deutsche teilgenommen: Olaf Scholz (SPD), Otto Schily (SPD), Eckhart von Klaeden (CDU), Guido Westerwelle (FDP), Josef Ackermann (Vorstandsvorsitzender Deutsche Bank).

Denn es gibt atmosphärische Störungen. Ein Bündnis von Bilderberg-Kritikern hat angekündigt, während des Treffens vor Ort zu demonstrieren. Laut Angaben der Engadiner Zeitung könnten gut 1000 Personen erwartet werden, die sich im Internet zusammengeschlossen haben. Vor allem um die Aktivistenseite wearechange.ch und den Polit-Blog Alles Schall und Rauch formiert sich seit längerem eine Gegenöffentlichkeit, die in den Treffen eine Gefahr für die Demokratie sieht.

Auch die Schweizer Jungsozialisten haben auf ihrer Internetseite Proteste angekündigt. Auf dem Dorfplatz von St. Moritz wollen die Jusos ein Manifest mit dem Titel „Gegen Scheindemokraten und Marktradikale – Für echte & transparente Demokratie!“ verlesen. Die Schweizer Jusos gehen davon aus, dass bei den Bilderberg-Konferenzen „politische und wirtschaftliche Weichen für Deregulierung und Ausbeutung gestellt“ werden.

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