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Politik
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19. Oktober 2012

Bildung: Gleiches Abitur für alle

 Von Torsten Harmsen
Einigung: Ab 2017 soll es ein einheitliches Abitur geben.

Nach jahrzehntelanger Auseinandersetzung legen die Kultusminister der Länder ihren Streit bei und einigen sich auf gemeinsame Prüfungsvorgaben in Deutsch, Mathematik und Fremdsprachen. Ein Berliner Institut ist federführend bei der Vorbereitung.

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Der Weg für bundesweit einheitliche Abiturstandards ist frei. Die Kultusminister der Länder haben sich am Donnerstag auf Leistungsanforderungen in vier Kernfächern geeinigt. Vom Abiturjahrgang 2017 an sollen die Prüfungen in den vier Hauptfächern Deutsch, Mathe, Englisch und Französisch überall gleich schwer sein. Jahrzehntelang galt das in Bayern abgelegte Abitur als besonders schwierig, die Hochschulreife in Berlin oder Bremen dagegen fast als „Abi light“.

Eine Reihe von Ländern will nach Informationen der Deutschen Presseagentur aber nicht bis 2017 warten. So verständigten sich Bayern, Hamburg, Sachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen darauf, bereits 2014 gemeinsame Prüfungen einführen.

Grundlage für die neuen Aufgaben sind Bildungsstandards, die von Fachleuten erarbeitet wurden. Federführend ist dabei das Institut für Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) mit Sitz in Berlin. Die einheitlichen Anforderungen für das Abitur orientieren sich am Modell der Bildungsstandards, die seit 2004 bereits für Kernfächer in der vierten, neunten und zehnten Klasse beschlossen wurden.

„Es ist nicht das Zentralabitur“

Es geht dabei nicht um einzelne Inhalte, sondern um die Fähigkeiten, die ein Gymnasiast haben muss. Dafür werden Kompetenzstufen formuliert und Beispielaufgaben angeboten, aus denen die einzelnen Länder wählen können. Erst Anfang Oktober war auf der Grundlage solcher Standards ein bundesweiter Grundschüler-Vergleich veröffentlicht worden.

„Es ist nicht das Zentralabitur“, sagte der niedersächsische Kultusminister Bernd Althusmann (CDU), auch in die Richtung jener, die mehr gefordert hatten. Unter anderem hatten fast 80 Prozent der Bundesbürger in einer Umfrage 2011 für einheitliche Prüfungen plädiert. Die jetzt beschlossenen Standards böten die Chance, die Diskussionen über die unterschiedliche Abi-Qualität endlich zu beenden, sagte Althusmann. NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) erklärte, es gehe darum, Verbindlichkeit und Gleichwertigkeit zu regeln, nicht aber um ein Einheitsabitur in Deutschland.

Seit fast drei Jahren arbeiten die Bildungsfachleute an den Bildungsstandards. Die Details sollen an diesem Freitag vorgestellt werden. Die neuen Standards sollen im Schuljahr 2014/15 eingeführt werden, ein Jahr später soll den Ländern dann ein Aufgaben-Pool zur Verfügung stehen – für die Prüfungen 2017.


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