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12. Oktober 2010

Biotech-Firma Geron: Auf der Suche nach dem Wundermittel

 Von Sebastian Moll

Nach einem Wundermittel sucht Geron seit der Biologe Michael West mit dem Risiko-Kapital privater Finanzinvestoren 1992 die Firma gegründet hat. Das Biotech-Unternehmen braucht dringend Erfolg.

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Es war ein Tag des Triumphs für Thomas Okarma, den 55 Jahre alten Kalifornier aus Menlo Park im Silicon Valley – jener Gegend südlich von San Francisco, die eigentlich mehr für Innovationen im Bereich der Computertechnologie als auf dem Feld der Biotechnologie bekannt ist. „Dies ist ein Meilenstein für uns“, sagte der Direktor der Firma Geron am Montag, „das Ergebnis langer, schwieriger Jahre der Forschung und Entwicklung.“

Tatsächlich hat man in Menlo Park hart darum gekämpft, der Welt verkünden zu können, dass die ersten Tests eines Medikaments an einem menschlichen Patienten mit Rückenmarksverletzungen begonnen haben. Das Produkt, gewonnen aus embryonalen Stammzellen, macht Querschnittsgelähmten auf der ganzen Welt Hoffnung und könnte Geron eines der einträglichsten Patente in der Geschichte der Pharmazie bescheren.

Nach einem Wundermittel sucht Geron seit der Biologe Michael West mit dem Risiko-Kapital privater Finanzinvestoren 1992 die Firma gegründet hat. Seine Idee damals war es, die Gene zu isolieren, die das Enzym Telomerase produzieren. Die Produktion des Enzyms hätte möglicherweise den Menschheitstraum des ewigen Lebens erfüllen können: Telomerase hält den Alterungsprozess von Zellen auf. Gleichzeitig kann der Stoff das Wachstum von Krebszellen stoppen.

Die Entwicklung des Mittels stellte sich allerdings als langwieriger und schwieriger heraus, als erwartet. Die Investoren wurden ungeduldig, Geron machte große Verluste. Deshalb machte West sich bald auf die Suche nach einem neuen biotechnischen Sensations-Produkt. Er kaufte die Rechte an embryonalen Stammzellen, die Forscher an der Universität von Wisconsin in Madison entwickelt hatten. Um diesen Geschäftsbereich zu entwickeln, heuerte er 1997 Okarma an, einen Mediziner von der nahe gelegenen Universität von Stanford. Okarma hatte vorher eine Firma geleitet, die Blut- und Rückenmarkszellen erwachsener Patienten modifizierte und reinjizierte. Das Projekt war ein Flop – es fehlte ein funktionierendes Modell für die Massen-Vermarktbarkeit.

Nach 17 Jahren Forschung wollen die Investoren endlich Ergebnisse sehen

Bei der Stammzellenforschung blieb Geron von der harten Linie der Bush-Regierung weitgehend unberührt. Das Gros der Forschung übernahm ein schottischer Subunternehmer – demselben Unternehmen, dass das Schaf Dolly geklont hatte. Und auch der jüngste Entscheid eines amerikanischen Bundesgerichts gegen die Stammzellforschung kam Geron eher zugute: Lahmgelegt wurde lediglich die akademische Konkurrenz, die auf öffentliche Fördermittel angewiesen ist.

Bis das Mittel GRNOPC1, das Geron nun an einem Patienten testet, marktreif ist, ist es allerdings noch ein weiter Weg. Und ohne den Durchbruch in dieser Woche wäre es für Geron fraglich gewesen, ob es überhaupt die Entwicklung hätte weiter betreiben können. Geron notiert seit langer Zeit schlecht an der Börse, das Unternehmen macht 31 Millionen Dollar Verluste pro Jahr. Nach 18 Jahren der großen Ankündigungen sind die Investoren müde. Geron steht unter enormem Druck Resultate zu produzieren.


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