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Bischofskonferenz: Kritik an Mixa nach Holocaust-Vergleich

Der Augsburger Bischof Walter Mixa hatte die Zahl von neun Millionen Abtreibungen in den vergangenen Jahrzehnten mit dem Holocaust in Verbindung gebracht.

Der Bischof von Augsburg, Walter Mixa, verglich Abtreibungen mit dem Holocaust.
Der Bischof von Augsburg, Walter Mixa, verglich Abtreibungen mit dem Holocaust.
Foto: Foto: dpa

Hamburg/Augsburg. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, hat den Augsburger Bischof Walter Mixa kritisiert.

Dieser hatte die Zahl von neun Millionen Abtreibungen in den vergangenen Jahrzehnten mit dem Holocaust, bei dem etwa sechs Millionen Juden ermordet wurde, in Verbindung gebracht.

"Der Holocaust ist etwas Furchtbares. Und es gibt gar keine Möglichkeit, den Holocaust einfach mit anderen Elementen zu vergleichen", sagte Zollitsch am Montag im ARD- Morgenmagazin vor Beginn der Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Hamburg. Bischof Mixa werde Gelegenheit zur Klarstellung haben, sagte Zollitsch. "Wir werden über diese Frage miteinander sprechen."

Unterdessen wies das Bistum Augsburg die Kritik des Zentralrates der Juden in Deutschland an Mixa noch einmal als "abwegig und völlig überzogen" zurück. Der Generalsekretär des Zentralrats der Juden, Stephan Kramer, hatte dem Bischof eine "Instrumentalisierung der Holocaust-Opfer" vorgehalten.

Das Bistum Augsburg erklärte am Montag, es handle sich um ein "Missverständnis". Der "angebliche Vergleich" der Abtreibungspraxis in Deutschland mit dem Holocaust sei überhaupt nur entstanden, weil Mixa zu Beginn eines Vortrages aus aktuellem Anlass und in scharfer Form jegliche Leugnung des Holocausts zurückgewiesen habe.

Im weiteren Zusammenhang habe der Bischof dann darauf hingewiesen, dass es auch in der Gegenwart Verbrechen gegen das Leben gebe und dabei die Zahl der Abtreibungen von neun Millionen in den vergangenen 30 Jahren genannt. Wer versuche, daraus eine antijüdische Haltung zu konstruieren, diene nicht dem fruchtbaren und brüderlichen Gespräch zwischen Juden und Christen, heißt es in einer Bistums-Mitteilung.

Auch der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma äußerte massive Kritik an Bischof Mixa. Einen Vergleich zwischen Abtreibungen und Holocaust "empfinden wir als bewusste Provokation, die das Leid unserer Menschen durch die Verbrechen der Nazis des "Dritten Reichs" verharmlost und sie verletzt", hieß es in einer Mitteilung des Zentralrats-Vorsitzenden Romani Rose am Montag in Heidelberg. "Wer solche Parallel zieht, relativiert nicht nur, sondern verletzt die Überlebenden des Holocaust." Rund 500.000 Sinti und Roma waren dem Völkermord durch die Nationalsozialisten im Dritten Reich zum Opfer gefallen. Neben den Juden verwenden auch die Sinti und Roma den Begriff Holocaust. (dpa)

Datum:  2 | 3 | 2009
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