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Blackberry-Hersteller RIM: Wie eine Fackel im Sturm

Die Probleme mit dem hauseigenen Mail-Verschlüsselungsdienst in vielen Ländern sind beileibe nicht die einzige Sorge von RIM.

Torch, also Fackel, heißt das neue Blackberry-Handy, das am 15. August in den USA auf den Markt kommt. Man könnte auch sagen: Für den kanadischen Hersteller Research in Motion (RIM) ist es eine Fackel im Sturm. Die Probleme mit dem hauseigenen Mail-Verschlüsselungsdienst in vielen Ländern sind beileibe nicht die einzige Sorge von RIM. Das iPhone und neue Smartphones, die sich des Google-Betriebssystems Android bedienen, schnappen den Blackberrys derzeit Marktanteile weg. Der Aktienkurs ist seit seinem Höchststand 2008 um nahezu zwei Drittel gefallen.

In den USA hat RIM bei den Käufern neuer Smartphones im zweiten Quartal nur noch einen Marktanteil von 33 Prozent. Im Vorjahr hatten die Marktforscher von Nielsen noch 45 Prozent gemessen. Android-Handys konnten von vier auf 27 Prozent zulegen, Apples iPhones blieben stabil. Die Alleskönner sind allerdings derart beliebt, dass auch RIM noch steigende Verkaufszahlen meldet. Doch viele Analysten vermuten, dass es bald schnell abwärts gehen könnte. Selbst in seinem Kerngeschäft ist der Konzern unter Druck. Blackberrys waren bislang das beliebteste mobile Statussymbol für Geschäftsleute. Der sichere und schnelle E-Mail-Dienst und die komfortable, fest eingebaute Tastatur galten als ideal für Firmenhandys, an Privatkunden verkauften sie sich kaum.

Doch immer mehr Unternehmen stellen nun auf iPhones oder Android-Handys von Herstellern wie HTC und Samsung um. „Die Alleinstellungsmerkmale schwinden“, sagt Patrick Sturm von der IT-Unternehmensberatung Mücke Sturm & Company. „Der E-Mail-Verkehr kann mit Zusatzprogrammen auch mit anderen Smartphones gut abgewickelt werden und die Touchscreen-Tastaturen sind viel besser geworden.“ Bei den Mitarbeitern ist ohnehin das iPhone zum Statussymbol Nummer eins geworden.

Besonders bitter für RIM ist, wie schnell das Unternehmen bei den Apps (kurz für Applikationen, also Software-Programme) zurückfällt. Die Anwendungen machen das Handy zur Wasserwaage oder orten Freunde – entscheidend für den Nutzwert eines Smartphones. Mehr als 250000 gibt es fürs iPhone, rund 100000 für Android. Blackberry-Nutzer müssen sich mit 7500 begnügen. „Das ist jetzt nicht mehr aufzuholen“, sagt Sturm. Das Torch soll RIM nun wieder Luft verschaffen. Doch in vielen technischen Details, etwa der Bildschirmqualität, hinkt es schon jetzt hinterher.

Autor:  Jakob Schlandt
Datum:  5 | 8 | 2010
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