Washington. Der ehemalige Chef des Terrorabwehr-Zentrums der CIA, Cofer Black, soll in die Auslagerung von Tötungsaufträgen gegen El-Kaida-Hintermänner an die private Sicherheitsfirma Blackwater verwickelt sein. Bereits am 28. Oktober 2001 hatte die Washington Post getitelt: "CIA erwägt ,Gezielte Tötungs´-Missionen". Ein Jahr später, am 3. November 2002, zerfetzte eine wohl von einer CIA-Drohne abgefeuerte Hellfire-Rakete im Jemen ein mutmaßliches El-Kaida-Mitglied.
Der Luftschlag ist die einzige bekannt gewordene Tötung, die der CIA im so genannten "Krieg gegen den Terror" zugeordnet wird. Nicht nur der ehemalige CIA-Mann Robert Baer aber geht davon aus, dass es in Afghanistan und im Irak viele geheime Mordanschläge gab.
Welche Rolle dabei Black gespielt hat, ist jetzt in den USA Gegenstand brisanter Enthüllungen. Als Chef der Terrorabwehr war Black vermutlich jahrelang für das Tötungs-Programm der CIA verantwortlich. Später soll er auch nach seinem Ausscheiden aus dem Geheimdienst 2005 mit der Jagd auf mutmaßliche Terroristen befasst gewesen sein. Etwa zur gleichen Zeit soll sein neuer Arbeitgeber, die umstrittene Firma Blackwater, von der CIA mit den Tötungen beauftragt worden sein. Allerdings habe Blackwater nie Anschläge durchgeführt, sagt ein ehemaliger involvierter CIA-Mann.
Der Geheimdienstausschuss des Repräsentantenhauses hatte schon vor Wochen eine Untersuchung eingeleitet, ob der Geheimdienst Details des Tötungs-Programms gezielt vor dem Kongress verheimlicht hatten. Sollte die CIA Mordaufträge an Blackwater erteilt haben, wäre das eine neue Qualität. Im September 2007 hatten Blackwater-Mitarbeiter in Bagdad 17 Zivilisten erschossen.
Laut dem Magazin The Nation bestreitet Blackwater noch immer für das State Department der neuen Außenministerin Hillary Clinton den Personenschutz im Irak. In einer eidesstattlichen Erklärung vor einem US-Bundesgericht hatten zwei ehemalige Angestellte unlängst behauptet, Blackwater-Gründer Eric Prince habe "eine oder mehrere Personen" ermorden lassen, die US-Behörden über Aktivitäten des Unternehmens informieren wollten. Prince betrachte sich als "christlichen Kreuzzügler", dessen Aufgabe es sei, Muslime und den Islam vom Globus zu tilgen".
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Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
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