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Body-Scanner: Nackt bis auf die Haut

Politiker von Grünen und FDP lehnen die Einführung so genannter Nacktscanner zur Personenkontrolle an Flughäfen der Europäischen Union vehement ab. Von Volker Schmidt

Virtueller Striptease: Die Röntgenbilder, die mit Hilfe eines Ganzkörper-Scanners entstanden sind, zeigen weibliche und männliche Personen ohne Kleidung.
"Virtueller Striptease": Die Röntgenbilder, die mit Hilfe eines Ganzkörper-Scanners entstanden sind, zeigen weibliche und männliche Personen ohne Kleidung.
Foto: dpa

Politiker von Grünen und FDP haben die Einführung so genannter Nacktscanner zur Kontrolle von Passagieren an Flughäfen der Europäischen Union vehement abgelehnt. "Den Einsatz von Personen-Scannern kann man sich wie einen virtuellen Striptease vorstellen", sagte die innenpolitische Sprecherein der FDP-Bundestagsfraktion Gisela Piltz der Online-Ausgabe der Frankfurter Rundschau (fr-online.de). "Die Bilder sind so detailliert, dass man sogar Brustamputationen oder andere äußerliche chirurgische Eingriffe erkennen kann. Neue Techniken zur Vereinfachung der Kontrollen an Flughäfen sind zwar sinnvoll. Sie dürfen aber nicht um jeden Preis geschehen. Mit diesen Scannern wird einem buchstäblich auch das letzte Stück Privatsphäre ausgezogen. Bilder, die in anderem Zusammenhang als Pornografie gelten würden, werden hier als Normalität dargestellt."

Der menschenrechtspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Volker Beck, sagte fr-online.de, "die Überwachungseinfälle mancher EU-Kommissare haben mittlerweile ein Ausmaß erreicht, das selbst George Orwells Phantasie überfordert hätte". Er "erwarte von der Bundesregierung, dass sie dieser Sicherheitshysterie in Brüssel Einhalt gebietet". EU-Transportkommissar Antonio Tajani will die Geräte generell zulassen; das Europäische Parlament will noch am heutigen Donnerstag eine kritische Resolution dagegen verabschieden.

Beck sagte fr-online.de weiter, "die Kontrollen auf Flughäfen sind ausreichend, wenn sie von qualifiziertem und anständig bezahltem Personal konsequent durchgeführt werden". Experten weisen darauf hin, dass das Sicherheitspersonal an Flughäfen diese Bedingungen häufig nicht erfüllt. Beck fügte hinzu: "Die Intimsphäre der Fluggäste muss bei den Kontrollen beachtet werden. Manchen Sicherheitspolitikern fehlt es an Respekt vor ihren Bürgerinnen und Bürgern. Es ist ein außergewöhnlicher Eingriff in die Privatsphäre, wenn wildfremde Menschen sehen können, ob man beispielsweise einen Anus Praeter hat", einen künstlichen Darmausgang also.

Die Body-Scanner sind als Nacktscanner bekannt, weil sie durch Kleidung und Unterwäsche bis auf die Haut blicken. Sie benutzen elektromagnetische Strahlung im Terahertz-Bereich, der Frequenz zwischen Infrarot und Mikrowellen. Sie gilt den meisten Wissenschaftlern als ungefährlich und lässt auch Gegenstände sichtbar werden, die Metalldetektoren nicht erkennen - Plastiksprengstoff, Keramikdolche, Kunststoff-Waffen. Sie lassen aber auch Details des menschlichen Körpers erkennen, die man sonst nicht jedem zeigt.

Den Befürwortern der Technik zufolge soll das Sicherheitspersonal in einem getrennten Raum nur die Bilder, aber nicht den Passagier zu sehen bekommen. Gesichter würden unkenntlich gemacht. Die Scanner sollten auf freiwilliger Basis das unangenehmere Abtasten ersetzen; Kritiker fürchten, dass sie zur Standardprozedur werden.

Autor:  Volker Schmidt
Datum:  23 | 10 | 2008
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