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23. Juli 2012

Bombenanschläge: Blutiger Tag im Irak

In Kirkuk brennt nach einem Bombenanschlag ein Fahrzeug aus. Foto: REUTERS

Fast zwei dutzend Anschläge in 14 Städten: Eine ganze Serie von Bombenattentaten erschüttert den Irak. Mindestens 91 Menschen sterben.

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Bei schweren Angriffen auf Schiiten-Viertel im Irak sind mindestens 107 Menschen ums Leben gekommen. 268 Menschen wurden zudem durch mehrere Bombenanschläge und Schießereien in verschiedenen Landesteilen verletzt. Damit setzte sich die Welle von Angriffen fort, die in die ersten Tage des Fastenmonats Ramadan fällt. Aus Sicherheitskreisen verlautete, die sunnitische Al-Kaida versuche einen Bürgerkrieg zwischen den Bevölkerungsgruppen zu provozieren. Am Sonntag waren bei Anschlägen in mehreren Landesteilen 20 Menschen getötet worden.

Die USA verurteilten die Anschläge. Die Versuche von Al Kaida, das Land zu destabilisieren, seien zum Scheitern verurteilt, sagte Victoria Nuland, die Sprecherin des Außenministeriums. „Sie werden scheitern. Die Iraker wissen, dass sie scheitern werden“, sagte sie.

Es handele sich um feige Angriffe, deren Muster man seit Jahren kenne. Die USA seien aber überzeugt, dass die irakischen Sicherheitskräfte in der Lage seien, ihr Land zu schützen. Die USA würden weiter Unterstützung geben, obwohl ihre Truppen aus dem Irak abgezogen sind.

In Tadschi 20 Kilometer nördlich Bagdad detonierten sechs Sprengsätze in der Nähe eines Wohnkomplexes. Eine siebte Explosion traf die Polizisten, die zum Ort des Angriffs eilten. Allein nördlich der Hauptstadt wurden eine ganze Reihe von Ortschaften getroffen: Chan Bani Saad, Tus Churmato, Samarra und Duschail. Weitere Detonationen wurden aus Schiiten-Vierteln in Bagdad gemeldet. In Kirkuk im Norden des Iraks explodierten fünf Autobomben. In der Unruheprovinz Dijala griffen Unbekannte mehrere Sicherheitsposten an. Am Sonntag war auch die den Schiiten heilige Stadt Nadschaf Ziel eines Anschlags gewesen.

„Am Rande des Bürgerkriegs“

Zu den Angriffen bekannte sich zunächst niemand. In irakischen Sicherheitskreisen wurde Al-Kaida verantwortlich gemacht. Die Angriffe zeigten, dass die Gruppe einen Glaubenskrieg auslösen wolle. „Al-Kaida versucht, den Irak an den Rand eines Krieges zwischen Schiiten und Sunniten zu treiben“, hieß es. „Sie wollen, dass die Lage so schlimm wird wie in Syrien.“ Die meisten Iraker sind Schiiten. Die große Wüstenprovinz Anbar wird allerdings mehrheitlich von Sunniten bewohnt und grenzt an Syrien. Dort tobt seit etwa 16 Monaten ein von Sunniten angeführter Aufstand gegen die von der alawitischen Minderheit beherrschten Regierung von Präsident Baschar al-Assad.

Der Ramadan hatte im Irak am Samstag begonnen. Die zwei Wochen davor waren vergleichsweise friedlich verlaufen, während im Juni 237 Menschen bei Anschlägen starben. Damit hat die Gewalt im Irak im Vergleich zum Höhepunkt der Kämpfe zwischen den verschiedenen Volksgruppen 2006 bis 2007 zwar abgenommen. Seit dem Abzug der US-Kampftruppen im Dezember blieben die Spannung jedoch hoch. Dazu kommt der anhaltende politische Streit zwischen den schiitischen, sunnitischen und kurdischen Gruppen im Land. (rtr/afp)

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