Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) spricht von einem "Wundermittel", die Datenschützer haben keine Einwände: Wenn die Einbrecher-Hochburg Bremen als erstes Bundesland demnächst "künstliche DNA" zur Diebstahlsbekämpfung einsetzt, dann können offenbar alle zufrieden sein - außer Einbrechern und Hehlern. Denn ihr Diebesgut ist künftig leichter den Eigentümern zuzuordnen.
DNA - diese Abkürzung für Erbsubstanz haben sich die Erfinder der Tinktur entliehen, weil jede davon hergestellte Portion einzigartig ist wie das Erbgut. So können auch Gegenstände individuell gekennzeichnet werden.
Wer sich an dem Bremer Modellprojekt beteiligt, erhält ein Röhrchen mit einer Flüssigkeit, die nur für ihn produziert wurde. Mit einem dicken Pinselstrich markiert er dann alle Wertgegenstände. Die Herstellerfirma speichert seine persönlichen Daten und den Code seiner speziellen Tinktur. Die Kunst-DNA ist unsichtbar, leuchtet aber unter ultraviolettem Licht. Polizisten könnten zum Beispiel verdächtige Flohmarktstände mit einer UV-Lampe überprüfen. Wird eine Markierung sichtbar und kann der Verkäufer keinen Eigentumsnachweis vorlegen, ermitteln die Fahnder im Labor den Code der Kunst-DNA. Der Abgleich mit der Datenbank führt direkt zum Eigentümer.
Tankstellen und Drogerien könnten zudem über ihrem Eingang eine "DNA-Dusche" installieren: Bei einem Überfall wird der Räuber beim Flüchten mit "künstlicher DNA" eingesprüht, die wochenlang an ihm haftet. Hat die Polizei einen Verdächtigen im Visier, kann sie per UV-Lampe feststellen, ob er der Täter war. Allerdings darf sie nicht ohne konkreten Verdacht massenhaft zum Lichttest greifen. "Das wäre ein Eingriff in die körperliche Unversehrtheit", sagt Polizeisprecher Ronald Walter. Gesundheitlich sei das Mittel unbedenklich, versichert er - "selbst für Allergiker".
Auch der Bremer Datenschutzbeauftragte Sven Holst, hat keine Bedenken. Denn die Teilnahme am Modellversuch sei freiwillig, und in der Datenbank werde auch nicht registriert, welche Wertgegenstände in den einzelnen Wohnungen vorhanden seien, sondern nur, welche Tinktur verwendet werde.
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