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02. August 2009

Bundesagentur für Arbeit: Jobvermittler in der Kritik

 Von Michael Bergius und Silke Rummel
Das Logo der Zentrale der Bundesagentur für Arbeit. Foto: Foto: dpa

Firmen haben wenig Vertrauen in die Jobcenter. Der DGB sagt: "Arbeitgeber lenken von ihrer Verantwortung ab". Von Michael Bergius und Silke Rummel

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Die Arbeitsmarktstatistik hat eine Diskussion über die Vermittlertätigkeit der Arbeitsagenturen und Jobcenter ausgelöst. Auf der einen Seite steigt die Anzahl der Arbeitslosen, auf der anderen Seite gibt es offene Stellen.

Eine DIHK-Befragung habe gezeigt, dass nur knapp jedes zweite Unternehmen seine offenen Stellen der Bundesagentur für Arbeit (BA) melde, sagte der DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann der Frankfurter Rundschau. "Vor allem bei der Suche nach höher Qualifizierten wird die Agentur seltener eingeschaltet." Obgleich sich die Tätigkeit der Agenturen in den vergangenen Jahren verbessert habe, fehle bei vielen Unternehmen "offenbar das Vertrauen, dass die Stellenvermittlung ihren Anforderungen entspricht".

Ähnlich äußerte sich der Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände (BDA), Dieter Hundt, in der Welt am Sonntag: "Viel zu häufig beklagen die Betriebe immer noch, dass die vorgeschlagenen Bewerber dem Stellenprofil nur unzureichend entsprechen." Der Wirtschaft fehlten trotz Krise mehr als 60.000 Fachkräfte in technischen Berufen, sagte Hundt.

Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) sagte der FR, die Arbeitsvermittlung sei "viel besser geworden. Dazu haben auch tausende zusätzliche Stellen bei der BA beigetragen, die wir seit Sommer 2008 geschaffen haben." Gleichwohl sprächen Hundt und Driftmann "ein wichtiges Problem" an, sagte Scholz. "Wenn wir wollen, dass die Arbeitsvermittlung in Deutschland aus dem Arbeitsmarkt alles rausholt, was möglich ist, werden wir auch noch mehr Vermittler benötigen." Sollten die Arbeitgeber dazu aufrufen, die Arbeitsvermittlung zu stärken, wäre "das ein gutes Signal", sagte Scholz.

DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach ging auf Distanz zu Hundt: "Der Arbeitgeberpräsident versucht den Eindruck zu erwecken, dass das Problem nur in der Vermittlung liegt. Aber die Verantwortung für Arbeitsplätze lässt sich nicht allein bei der BA abladen", sagte sie der FR. Die Arbeitgeber entschieden darüber, wer jetzt auf die Straße gesetzt werde. "Und davor können wir nur warnen." Buntenbach räumte ein, es gebe bei der BA "Verbesserungsbedarf"; sie nannte insbesondere längere Qualifizierungsmaßnahmen für Arbeitslose.

Im jüngsten Arbeitsmarktbericht meldete die BA einen Anstieg von 52.000 auf knapp 3,5 Millionen Arbeitslose bei gleichzeitig 480.000 offenen Stellen. Der Paritätische Wohlfahrtsverband fordert mehr öffentlich geförderte Beschäftigung, so Geschäftsführer Werner Hesse. Vorurteile gegenüber Hartz-IV- Empfängern behinderten deren Jobsuche, sagte BA-Vorstandsmitglied Heinrich Alt. Viele seien gut qualifiziert und motiviert. (mit dpa)

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