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16. März 2012

Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien: Prüfstelle setzt islamistische Kampflieder auf den Index

Arid U., der Attentäter vom Frankfurter Flughafen, soll Abou Maleeq bewundert haben.  Foto: dapd

Die Prüfstelle für jugendgefährdende Meduen setzt erstmals islamistische Kampflieder auf den Index. Es handelt sich um Lieder von Abou Maleeq, einen Sänger, den der Frankfurter Flughafenattentäter Arid Uka bewundert.

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Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) hat erstmals drei islamistische Kampflieder, so genannte Nasheeds, auf den Index gesetzt. Es handelt sich um Lieder von Denis C., der unter den Namen Abou Maleeq und Deso Dogg Lieder veröffentlichte und den der Frankfurter Flughafenattentäter Arid Uka bewundert hat. "Ich liebe dich für Allah Abou Maleeq", hatte Uka unter ein Video von ihm auf Facebook geschrieben - nur wenige Tage, bevor er zwei amerikanische Soldaten erschoss.

Die Nasheeds "Wofür wir stehen" und "Mumina" wurden als "jugendgefährdend" eingestuft und in Kategorie C der Liste aufgenommen. "Mujahid lauf" wurde sogar als "schwer jugendgefährdend" eingestuft (Kategorie D), es erfülle nach Ansicht der Behörde den Straftatbestand der Volksverhetzung, berichtet Report Mainz. In dem als schwer jugendgefährdenden eingestuften Liedtext heißt es "Mujahid lauf, Mujahid kämpf! Guck' wie der Kafir [Ungläubige] stirbt und brennt!", berichtet die Welt.

"Erhebliches Identifikationspotential"

Die Prüfstelle begründet ihr Vorgehen unter anderem damit, dass Jugendliche Muslime den Eindruck erlangen könnten, dass der "Märtyrertod" eine "gute" Tat darstelle, zitiert Report Mainz. Außerdem handele es sich bei Denis C. um eine Person, die "ein erhebliches Identifikationspotential für insbesondere diejenigen muslimischen Heranwachsenden aufweist, die bereits Tendenzen zeigen, sich dem gewaltbereiten islamistischen Umfeld zuzuneigen und deren Ansichten zu übernehmen."

Schon im September 2011 hatte der Berliner Verfassungsschutz unter dem Titel "Vom Gangster-Rap zum Jihad-Aufruf - radikalisierende Hymnen 'neugeborener' Salafisten" auf die Gefahr hingewiesen. In dem Dokument (pdf) wird Denis C. alias "Abou Maleeq" als "ein bezeichnendes Beispiel für einen 'neugeborenen' Jihad-Salafisten" bezeichnet. Weiter heißt es: Jugendliche werden "mit Gedankengut indoktriniert, das den militanten Jihad sowie den Märtyrertod zu vermeintlich essenziellen Bestandteilen des Islam erklärt". (mor)

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