Diese Debatte verbietet sich nicht deshalb, weil eine schwarz-grüne Koalition sich von vorneherein verböte, sondern allein deshalb, weil neben den Medien auch die Mehrheit der Grünen-Wähler – das gleiche gilt für die Wähler der Union – einen Lagerwahlkampf erwartet und verlangt.
Ein Wahlkampf aber, den die Grünen mit dem Ziel einer rot-grünen und der Option einer schwarz-grünen Bundesregierung führten, wäre kein Lagerwahlkampf. Deshalb ist der Vorstoß des bayerischen Grünen-Chefs, die Möglichkeit einer Koalition mit der Union in Betracht zu ziehen, wenig erfolgversprechend. In einem von ihm vorgelegten Thesenpapier heißt es: „Wer jetzt noch auf das Lagerwahlkampfmodell setzt, reitet ein totes Pferd.“ Warum auch nicht – wenn die Mehrheit diese Pferderasse nun einmal bevorzugt.
Also darf bis zur Wahl nicht davon gesprochen werden, dass das Gerede von einem Lagerwahlkampf angesichts der inhaltlichen Nähe der Parteien – die Linke ausgenommen – lächerlich ist. Also wird bis zur Wahl auch nicht davon gesprochen, dass nach der Wahl nicht die Lagerzugehörigkeit über die Zusammensetzung einer Koalition entscheidet, sondern die Arithmetik. Also gilt bis zur Wahl die Parole Leon Gambettas: „Niemals davon sprechen, immer daran denken.“
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