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05. Juni 2012

Bundeswehr Cyberkrieg: Hacker in Uniform

 Von 
Flame ist das jüngst entdeckte Hackerprogramm. Foto: dpa

Computerspezialisten der Bundeswehr sind bereit für den Cyberkrieg. Bislang waren die Informatikexperten noch nicht als Hacker aktiv - aber vielleicht schon bald?

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Nach jahrelanger Vorbereitungen ist die Bundeswehr zu Cyberangriffen auf Computer in der Lage. Die Streitkräfte hätten eine "Anfangsbefähigung" für Attacken in "gegnerischen Netzen" erreicht, zitiert die Financial Times Deutschland aus Unterlagen des Verteidigungsministeriums für den Bundestag. Demnach ist die neue Einheit für Computernetzwerkoperationen, die beim Kommando Strategische Aufklärung in Gelsdorf bei Bonn angesiedelt ist, seit Ende 2011 einsatzfähig.

Die Bundeswehr müsse im Rahmen ihres verfassungsrechtlichen Auftrags auch im Cyberraum operieren können, sagte ein Ministeriumssprecher. Bisher seien die Spezialisten der Einheit aus Informatikexperten aber noch nicht eingesetzt worden.

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Seit 2006 bildet die Bundeswehr eigene Hacker aus. Geplant war, dass die Einheit, bestehend aus Informatikexperten der Bundeswehruniversitäten, 2010 einsatzfähig sein sollte. Bislang seien die Spezialisten noch nicht eingesetzt worden, sagt ein Sprecher des Verteidigungsministeriums.

Für Militärstrategen gilt der virtuelle Raum bereits als "fünfte Dimension" der Kriegsführung - neben Boden, Luft, Wasser und Weltraum. Mit der Hackertruppe verkürzt Deutschland den Rückstand auf andere westliche Staaten. Länder wie die USA und Israel investieren bereits Milliarden, um elektronische Attacken abwehren zu können und auch die Möglichkeit von Offensivschlägen zu entwickeln.

Enttarnung von Hackerprogrammen

Das jüngst entdeckte Computervirus ist Flame. Nach Einschätzung deutscher Experten ist es aber längst nicht so machtvoll und besonders wie von seinen russischen Entdeckern Kapersky bezeichnet. "Das ist keine neue Superwaffe im Cyberkrieg, sondern eher ein aus verschiedenen Bauteilen zusammengestückeltes Schad-Programm", sagte Virenexperte Dirk Häger vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) der Nachrichtenagentur dpa.

Flame kann kann das Mikrofon des Rechners einschalten und Gespräche belauschen, Bildschirminhalte und Tastatureingaben aufzeichnen sowie das Datennetzwerk ausspähen.

Zuvor wurde Stuxnet enttarnt. Die Attacken mit dem Computerwurm auf iranische Atomanlagen wurden von US-Präsident Barack Obama höchst persönlich angeordnet, schreibt die New York Times.

Als Stuxnet im Sommer 2010 an die Öffentlichkeit gelangte, habe Obama die Geheimaktion mit dem Codenamen "Olympic Game" (Olympische Spiele) noch beschleunigt.

Stuxnet war ein hochentwickelter Computerwurm, der ausschließlich Siemens-Industriesysteme in der für Atomzentrifugen typischen Konfiguration angriff. Ziel war das Siemens-System Simatic S7, das in Industrieanlagen zur Überwachung und Steuerung technischer Prozesse verwendet wird.

Auch Duqu hatte für Aufsehen unter IT-Sicherheitsexperten gesorgt. Der Trojaner Duqu enthielt aus bisher nicht geklärten Gründen einige Elemente des Stuxnet-Codes. (fle/dpa/afp)

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