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21. Dezember 2011

Bundeswehrreform: Jeder vierte Freiwillige schmeißt hin

 Von Steffen Hebestreit und Daniela Vates
Bloß nicht mehr Soldat: 27 Prozent der Freiwilligen quittieren den Dienst bei der Bundeswehr vorzeitig.  Foto: dapd

Der Bundeswehr gelingt es nicht, Freiwillige für den Dienst an der Waffe zu begeistern. Verteidigungsminister Thomas de Maizière erwartet dennoch keine Engpässe bei der Truppe.

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Die Neue Truppe

Die Bundeswehrreform wurde im Frühjahr 2010 vom damaligen Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) auf den Weg gebracht.
Die Wehrpflicht wurde zum 1. Juli dieses Jahres ausgesetzt und durch einen freiwilligen Wehrdienst ersetzt, der bis zu 23 Monate dauert.
Ein teures Maßnahmenpaket soll den geplanten Abbau von 36000 Stellen sozialverträglich gestalten.

Nach Abschaffung der Wehrpflicht hat die Bundeswehr ungeahnte Schwierigkeiten, ihre Freiwilligen tatsächlich für den Dienst in den Streitkräften zu begeistern. Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) bestätigte der FR, dass ein Viertel der Freiwilligen, die zum 1. Juli ihren Dienst angetreten hätten, schon nicht mehr bei der Truppe sind. 27,7 Prozent der Freiwilligen hätten von ihrem Recht Gebrauch gemacht, in den ersten sechs Monaten des Engagements bei der Bundeswehr ohne Angaben von Gründen ihren Dienst zu quittieren.

„Die Zahlen sind hoch“, gestand de Maizière nun ein. Sie entsprächen aber durchaus den Erfahrungen der privaten Wirtschaft mit Jobabbrechern, bei den die Quoten zwischen 20 und 25 Prozent betrüge. Zu den Gründen gehörte laut de Maizière vor allem ein „anderes Jobangebot“. Viele Abiturienten hätten nach ihrem Eintritt in die Bundeswehr im Juli drei Monate später doch einen Studienplatz angeboten bekommen. Andere Abbrecher hätten private Gründe für ihren Rückzug angegeben. „Nur wenige sagten, dass der Ton in der Truppe sie abgeschreckt habe oder dass sie sich über- oder unterfordert fühlten“, sagte de Maizière dieser Zeitung. Ein Fünftel der Abbrecher habe die Bundeswehr nach Hause geschickt, weil sie den körperlichen Anforderungen nicht entsprochen hätten.

Dennoch sieht de Maizière keine Rekrutierungsschwierigkeiten auf die Truppe zukommen. Zum 1. Januar 2012 werde die Bundeswehr 2650 junge Männer sowie 170 junge Frauen als Freiwillige begrüßen. „Damit liegen wir voll im Plan“, sagte er. Für die neue Bundeswehrstruktur hatte de Maizière die Erwartungen an die Zahl der Freiwilligen allerdings massiv gesenkt. So sieht seine Planung pro Jahr nur mindestens 5000 Freiwilligen vor, während es in früheren Überlegungen noch geheißen hatte, man wolle 15.000 Freiwillige pro Jahr gewinnen. Die Bundeswehr stellt alle drei Monate Freiwillige ein.

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