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Politik
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21. Juni 2012

Burkhart Braunbehrens: Der kritische Waffenhändler

 Von Arno Widmann
Burkhart Braunbehrens, Künstler und Miteigentümer von Krauss-Maffei-Wegmann  Foto: privat

Früher schrieb er für eine kommunistische Zeitung, heute exportiert er Waffen: Burkhart Braunbehrens ist Anteileigner des Konzerns, der Leopard-Panzer nach Saudi-Arabien liefert. Auch wenn er den Waffendeal kritisiert.

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Früher schrieb er für eine kommunistische Zeitung, heute exportiert er Waffen: Burkhart Braunbehrens ist Anteileigner des Konzerns, der Leopard-Panzer nach Saudi-Arabien liefert. Auch wenn er den Waffendeal kritisiert.

Vor vierzig Jahren schrieb er Artikel in der Kommunistischen Volkszeitung des Kommunistischen Bundes Westdeutschland (KBW) und jetzt – so erklärte er in einem Interview, das die ZDF-Kultursendung „Aspekte“ mit ihm führte – gar einen Brief an den Bundespräsidenten Joachim Gauck. Der solle die Panzerlieferung an Saudi-Arabien verhindern. Soweit, so verständlich.

Der Künstler Burkhart Braunbehrens, das ist er heute in erster Linie, aber ist – das steht nicht auf seiner Website – auch Miteigentümer des Unternehmens Krauss-Maffei-Wegmann (KMW), das die Leopard-II-Panzer produziert. Er sitzt sogar im Gesellschaftsrat von KMW. Nein: er saß dort.

Die Künstlergruppe Zentrum für politische Schönheit errichtete im Internet den Pranger 25000-euro.de/fahndungsticker. Dort werden 25.000 Euro denjenigen geboten, die Informationen über Mitglieder der Eigentümer-Familien von Krauss-Maffei-Wegmann liefern können. Eine fragwürdige Aktion.

Keine Panzer für die Saudis

Andererseits: Was ist gegen Transparenz einzuwenden? Jedenfalls hat sich von allen Eigentümern – es sind Lehrer, Psychologen, Musikwissenschaftler darunter – bisher nur Burkhart Braunbehrens dazu geäußert. Er ist dagegen, den Saudis Leoparden – „für die neuen Aufgaben der Bundeswehr entwickelt“ – zu liefern. Er hält das für eine völlig falsche Reaktion auf den arabischen Frühling.

Die Antwort der anderen Anteilseigner: Burkhart Braunbehrens wurde sofort aus dem Gesellschafterausschuss zurückgerufen. Wer sich die Mühe macht und nicht nur das „Aspekte“-Interview und das in der taz liest, sondern auch, was Burkart Braunbehrens auf seiner Website schreibt, der entdeckt einen intelligenten, wachen Kopf mit deutlich eigenen Interessen beim Denken über Moral und Doppelmoral. Das ist schon allein darum interessant, weil sonst kaum ein Waffenlieferant das Selbstbewusstsein und die Courage hat, sich öffentlich für seine Art Geld zu verdienen stark zu machen.

Natürlich sieht Braunbehrens die Doppelmoral nicht bei sich, dem Mann, der sich seine Feinsinnigkeit vom Verkauf von Todesmaschinen finanzieren lässt, sondern bei denen, die sie ihm vorwerfen, gleichzeitig aber sich und ihre Freiheit schützen lassen von eben den Panzern, gegen die sie protestieren. Als SDS-Mann hatte er im Mai 1968 in Heidelberg stationierte US-Soldaten zur Desertion aufgefordert. Aber Pazifist war er von damals bis heute nicht gewesen.


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