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29. September 2014

CDU Bremen: Spitzenkandidatin verzweifelt gefunden

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Die CDU-Bundestagsabgeordnete Motschmann soll 2015 Bremens Regierungschef Böhrnsen (SPD) bei der Bürgerschaftswahl im kleinsten deutschen Bundesland herausfordern.  Foto: dpa

Die traditionell an sich selbst scheiternde Bremer CDU schickt, nachdem viele denkbare Kandidaten zuvor abgesagt haben, Veteranin Elisabeth Motschmann in eine aussichtslose Bürgerschaftswahl.

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Siebeneinhalb Monate vor der nächsten Bürgerschaftswahl stand die Bremer CDU am Wochenende für etliche Stunden vor einem Scherbenhaufen. Während die SPD soeben fast einstimmig ihren Bürgermeister Jens Böhrnsen als Spitzenkandidaten nominiert hatte, wusste die Opposition bis zum Wochenende nicht, mit wem sie am 10. Mai 2015 in die Wahl ziehen soll.

Denn nach und nach waren ihr mehrere denkbare Bewerber abhanden gekommen. Am Sonntagabend kam dann Entwarnung: Kurzfristig springt die 61-jährige Bundestagsabgeordnete Elisabeth Motschmann ein. Die Verlegenheitskandidatin soll die CDU aus ihrem Tief von 2011 herausholen.

Damals waren die Christdemokraten mit nur 20,4 Prozent der Stimmen hinter den Grünen auf Platz drei gelandet – erstmals bei einer deutschen Landtagswahl. Kein Wunder, denn die Partei war damals tief zerstritten, und das ging auch nach der Wahl so weiter. Genervt von den Querelen warf die Spitzenkandidatin von 2011, Politik-Seiteneinsteigerin Rita Mohr-Lüllmann, Ende 2012 das Handtuch.

Neuer CDU-Chef wurde Ex-Wirtschaftssenator Jörg Kastendiek, und der brachte tatsächlich etwas Ruhe rein. Eigentlich wäre der 50-Jährige jetzt auch der geborene Spitzenkandidat. Aber er möchte dafür nicht seinen Hauptberuf als Geschäftsführer einer großen Baufirma aufgeben. Auch Fraktionschef Thomas Röwekamp will nach all dem innerparteilichen Streit nicht das Zugpferd spielen, sondern weiterhin nur seinen gut dotierten Posten an der Fraktionsspitze bekleiden – neben seinem Hauptberuf als Rechtsanwalt und Notar.

Der Arzt sagt: Nein

Lange suchten die Parteioberen nach einem anderen Freiwilligen. Am Wochenende schienen sie auf einer Klausurtagung fündig zu werden: Der Ex-Innen-Staatsrat Thomas vom Bruch sollte es werden. Der wollte wohl auch, aber sein Arzt riet ihm ab.

Blieb noch Ex-Umweltsenator Jens Eckhoff. Der 48-Jährige ist in Bremen bekannt wie ein bunter Hund. Er möchte aus der CDU eine „moderne Großstadtpartei“ machen, ist offen für Schwarz-Grün und rauchte mal demonstrativ fürs Fernsehen eine Zigarre mit einem Grünen-Politiker. Doch auch er sagte am Wochenende ab: Er spürt zu starken Widerstand aus dem konservativen und dem Röwekamp-Lager.


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Schließlich die Retterin in der Not: Elisabeth Motschmann kehrt aus dem Bundestag in die Niederungen der Landespolitik zurück. Sie saß schon von 1991 bis 1999 und von 2007 bis 2013 in der Bremischen Bürgerschaft und hat auch schon als Staatsrätin (Staatssekretärin) für Inneres und für Kultur gearbeitet. Außerdem ist sie Beisitzerin im CDU-Bundesvorstand.

Die dreifache Mutter, die mit einem strenggläubigen Pastor verheiratet ist, galt lange Zeit selbst als äußerst konservativ, ist aber inzwischen liberaler geworden. Mit ihren 61 Jahren steht sie zwar nicht gerade für Aufbruch, aber vielleicht könnte sie die Abwanderung von CDU-Wählern zur AfD stoppen.

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