China und Venezuela wollen enger zusammenarbeiten. Das vereinbarten die Präsidenten Hu Jintao und Hugo Chávez am Mittwoch in Peking. Beide Seiten schlossen mehrere Wirtschaftsabkommen ab, unter anderem über den Ausbau der Erdöllieferungen aus Venezuela nach China. Der südamerikanische Staat ist bereits jetzt der viertgrößte Erdöllieferant Chinas. Es gibt Pläne, die Öllieferungen bis 2015 auf eine Million Barrel pro Tag zu erhöhen.
Schon bei seiner Ankunft auf dem Flughafen von Peking am Dienstag hatte Chávez die strategische Bedeutung der Beziehungen zwischen Caracas und Peking betont. Er sei mit drei Zielen "von großer strategischer Bedeutung" in die Volksrepublik gereist, sagte Chávez: einer Stärkung der Rolle Chinas im venezolanischen Ölsektor, dem Bau venezolanischer Raffinerien auf chinesischem Gebiet und der Schaffung eines gemeinsamen Unternehmens für den Öltransport auf See.
Chávez will nach eigenen Angaben erreichen, dass Venezuela im Jahr 2013 rund zweieinhalb Mal soviel Öl an die Volksrepublik liefert wie derzeit, nämlich rund eine Million Barrel täglich anstelle der rund 380 000 Fass Ende vergangenen Jahres. Chávez bleibt drei Tage in China, für heute ist noch eine Begegnung mit Vize-Präsident Xi Jinping geplant. Es ist der sechste Besuch Chávez' in der Volksrepublik in seiner rund zehnjährigen Amtszeit.
Im Februar hatte Vize-Präsident Xi sich im Zuge einer Lateinamerika-Reise in Caracas mit Chávez getroffen. Die beiden schlossen zwölf neue Abkommen für die Ölbranche, die Landwirtschaft und den Telekommunikationssektor und kündigten außerdem die Verdopplung des chinesisch-venezolanischen Investmentfonds an.
Venezuela, der bedeutendste Ölproduzent Lateinamerikas, ist einer der fünf wichtigsten Handelspartner der Volksrepublik in Lateinamerika. Der bilaterale Handelsverkehr hat sich zwischen 2007 und 2008 von fünf auf knapp zehn Milliarden US-Dollar (3,7 auf knapp 7,4 Milliarden Euro) fast verdoppelt. Chávez ist ein scharfer Rivale der USA. Seine außenpolitischen Initiativen haben oft das Ziel, ein Gegengewicht gegen den übermächtigen Nachbarn im Norden zu schaffen. Dazu hat er auch die Zusammenarbeit mit Russland ausgebaut. afp/dpa/fr
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Damir Fras ist unser US-Korrespondent
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