16 Millionen Chinesen bekennen sich zum Christentum. Oder sind es 100 Millionen? Dass Schätzungen weit auseinander liegen, zeigt: Viele Christen können ihren Glauben nicht frei leben. Die Kommunistische Partei gewährt zwar angeblich Religionsfreiheit, aber nur unter dem Dach der "Patriotischen Vereinigungen". Gemeinden werden streng kontrolliert. 16 Millionen Christen sind in der Staatskirche registriert.
Die Zwangszugehörigkeit widerspricht religiösen Überzeugungen. Peking verlangt von Katholiken, nicht den Papst, sondern die Partei als höchste Instanz anzuerkennen. Gläubige riskieren entweder staatliche Verfolgung oder Exkommunikation. Viele Katholiken flüchten sich in Untergrundkirchen. Auch viele Protestanten organisieren sich in Hauskirchen und nehmen harte Strafen in Kauf. In den vergangenen Jahren häufen sich Berichte über Einschüchterung, Inhaftierung und Misshandlung. Die christliche Organisation "China Aid Association" zählte vergangenes Jahr 788 Fälle von Repression.
Eines der Opfer der Kampagne ist der protestantische Pastor Zhang Mingxuan, der im Sommer kurz vor den Olympischen Spielen aus der Hauptstadt in die Provinz verschleppt wurde. Zhang hatte in Peking eine Hausgemeinde für Wanderarbeiter aufgebaut. In der Provinz Hubei betrieb er lang ein Waisenhaus, das 2007 jedoch von den Behörden geschlossen wurde - am ersten Weihnachtstag. bba
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