Liu Xiaobo ist der erste Staatsbürger der Volksrepublik China, der einen Nobelpreis erhalten. Vor ihm wurden allerdings schon mehrere ethnische Chinesen ausgezeichnet:
Als Gesichtsverlust für Peking galt vor allem die Vergabe des Friedensnobelpreises an den Dalai Lama im Jahr 1989. Das tibetische Religionsoberhaupt wurde in der chinesischen Provinz Qinghai geboren und lebt seit 1959 im indischen Exil. Als Affront empfand China auch den Literaturnobelpreis für Gao Xingjian im Jahr 2000. Der in China zensierte Autor lebt seit Ende der Achtziger in Paris und ist inzwischen französischer Staatsbürger.
Erfreut zeigte sich China dagegen stets über Auszeichnungen für chinesischstämmige Wissenschaftler. Zuletzt erhielt 2008 der US-Wissenschaftler Roger Y. Tsien den Chemienobelpreis. 1998 ging der Physiknobelpreis an den in China geborenen Wissenschaftler Daniel Tsui. 1986 wurde der Taiwanese Yuan Tseh Lee in Medizin ausgezeichnet. Weitere ethnisch chinesische Preisträger waren Samuel Ting (Physik, 1976) sowie Lee Tsung-dao und Yang Chenning (Physik, 1957). Yang lebt heute als gefeierter Rückkehrer in Peking.
Chinesen verbuchen in ihrer Nobelpreisstatistik auch gerne den in China geborenen schweizerisch-amerikanischen Mediziner Edmond Fischer (1992) und die Schriftstellerin Pearl S. Buck, die 1938 für ihre „reichen und wahrlich epischen Beschreibungen des bäuerlichen Lebens in China“ ausgezeichnet wurde. Auch Albert Einstein erfuhr 1922 bei einem Shanghai-Aufenthalt, dass er für die Relativitätstheorie ausgezeichnet worden war.
Als mögliche chinesische Kandidaten für den Wirtschaftsnobelpreis, der am Montag vergeben wird, gelten der derzeitige Weltbank-Chefökonom Lin Yifu sowie der Wirtschaftswissenschaftler Zhang Wuchang.
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