Der chinesische Volkskongress hat am Montag mit dem neuen Fünf-Jahres-Plan entschieden, bis 2015 mit dem Bau von Reaktoren mit weiteren 40 Gigawatt Kapazität zu beginnen. Im Moment hat China 13 Atomreaktoren mit einer Kapazität von 10,8 Gigawatt in Betrieb. Bis 2020 sollen die gegenwärtigen Atomkapazitäten sogar verachtfacht werden, berichten chinesische Staatsmedien.
Die Entwicklung der Atomkraft in den Küstenprovinzen werde "beschleunigt", heißt es in dem Plan. Auch in den zentralen Provinzen werde die Nutzung der Kernenergie "beständig vorangetrieben".
Wie üblich ohne offene Debatte stimmten 2778 Delegierte auf der Abschlusssitzung in Peking für den neuen Entwicklungsplan. Nur 56 stimmten dagegen, während sich 38 Abgeordnete enthielten.
Auf einer Pressekonferenz ging Regierungschef Wen Jiabao mit keinem Wort auf die Atomprobleme in Japan und die eigenen ehrgeizigen Pläne zum Ausbau der Kernenergie ein. Gleichwohl sagte er Japan weitere Hilfe zu. Ein erstes chinesisches Rettungsteam hat bereits im Erdbebengebiet in der japanischen Präfektur Iwate seine Arbeit aufgenommen.
Der Fünf-Jahres-Plan sieht zudem eine Drosselung des Wirtschaftswachstums auf durchschnittlich 7 Prozent im Jahr vor, um mehr Nachhaltigkeit zu erreichen. Im alten Plan waren jedoch auch nur 7,5 Prozent angestrebt und trotzdem 11 Prozent erreicht worden. Der Energieverbrauch für jeden erwirtschafteten Yuan soll bis 2015 um 16 Prozent gesenkt werden. Der größte Klimasünder der Welt will den Ausstoß von Kohlendioxid gemessen an der Wirtschaftsleistung um 17 Prozent verringern. China will zudem seine Abhängigkeit vom Export reduzieren und die Importe ausweiten, um seinen Handelsüberschuss abzubauen. Es wird ein besseres Gleichgewicht von Exporten, heimischer Nachfrage und Investitionen angestrebt. Der Anteil des Dienstleistungssektors an der Gesamtwirtschaft soll um vier Punkte auf 47 Prozent ausgebaut werden. Der Anteil der Menschen, die in Städten leben, dürfte sich um vier Punkte auf 51,5 Prozent erhöhen. Die Bevölkerung von heute 1,341 Milliarden Menschen soll 1,39 Milliarden nicht übersteigen. (dpa)
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