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09. Juli 2009

Costa Ricas Vermittler in Honduras: Arias ist Optimist

 Von KLAUS EHRINGFELD
Schlichter. Costa Ricas Staatschef Óscar Arias. Foto: afp

Costa Ricas Staatschef war der erste war, der den Sturz von Manuel Zelaya als das bezeichnete, was er war: Ein Putsch. Nun will Óscar Arias im honduranischen Machtkampf schlichten. Von Klaus Ehringfeld

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Tegucigalpa. Streng genommen, könnte man Óscar Arias ja Parteilichkeit vorwerfen. Nicht unbedingt, weil er seinem gestürzten honduranischen Kollegen Manuel Zelaya vor knapp zwei Wochen mit einem Paar Socken für die kalten Füße aushalf, als dieser im Pyjama in Costa Rica ankam. Aber vielleicht deshalb, weil Arias der erste war, der den Sturz Zelayas als das bezeichnete, was er war: Ein Putsch.

Nun will Arias vermitteln. Gemeinsam mit dem gestürzten honduranischen Staatschef und der Interimsregierung um Roberto Micheletti will er einen Ausweg aus dem Machtkampf suchen.

Das Treffen soll am Donnerstag in Arias' Residenz stattfinden. "Mir scheint, dass beide Seiten gewillt sind, eine Lösung am Verhandlungstisch zu suchen", zeigte sich Arias im Gespräch mit dem Fernsehsender Telesur zuversichtlich. Auf der Tagesordnung stünden "alle Themen, die beide Parteien spalten", sagte der Friedensnobelpreisträger von 1987. Er hoffe, "in zwei Tagen" zu einer Lösung und "einer befriedigenden Vereinbarung für beide Seiten" zu kommen.

US-Außenministerin Hillary Clinton begrüßte die Vermittlung durch Arias nach einem Gespräch mit Zelaya in Washington. Auf die Frage, ob sie eine Wiedereinsetzung Zelayas unterstütze, gab sie jedoch lediglich der Hoffnung auf eine "friedlichen Lösung" und der "Wiederherstellung der verfassungsmäßigen Ordnung" in Honduras Ausdruck.

Arias besitzt genügend Glaubwürdigkeit

Der costaricanische Präsident war unmittelbar nach dem Putsch am Flughafen von San José mit seinem zerzausten Kollegen Zelaya vor die Presse getreten und hatte den Staatsstreich in Honduras aufs Schärfste verurteilt. Trotz dieser Parteinahme gibt es in Zentralamerika nicht viele Politiker, denen man eine Vermittlung in dem schwierigen Konflikt zutraut. Der 68 Jahre alte Arias besitzt genügend Glaubwürdigkeit, Akzeptanz und politisches Gewicht als Vermittler für diese Aufgabe.

Die große Kunst des costaricanischen Vermittlers liegt darin, am Ende der Gespräche sowohl Zelaya als auch dem Umstürzler Roberto Micheletti das Gefühl zu geben, sie seien die Sieger der Kompromissgespräche. Dies ist umso schwieriger, da es genau genommen keinen Kompromisspunkt gibt. Micheletti und Zelaya halten sich beide für die rechtmäßigen Staatschef von Honduras, werfen dem jeweils anderen Verfassungsbruch vor und beharren auf ihrem Sessel im Präsidentenpalast.

Doch Arias hat Erfahrung: In den achtziger Jahren hatte er sich den Ruf eines Vermittlers erworben, der gerade besonders verknotete Konflikte entwirren kann. (mit afp)

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