Der Mann der Stunde in der CSU heißt Horst Seehofer. Der Bundeslandwirtschaftsminister soll am 25. Oktober in München zum neuen Vorsitzenden gewählt werden. Keine 24 Stunden hatte Erwin Hubers Kraft gereicht. Dann gab er seinen Widerstand auf und kündigte seinen Rücktritt an.
Als "Königsmacher" präsentierte sich am Dienstag die CSU-Landesgruppe im Bundestag. Deren Chef Peter Ramsauer schlug in Berlin den 59-jährigen Seehofer außerdem als Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl 2009 vor.
Die Nachricht stieß beim Koalitionspartner auf positives Echo. "Die CSU bekommt mit Seehofer einen Vorsitzenden, der über gesundheitspolitischen Sachverstand verfügt", freute sich Gesundheitsministerin Ulla Schmidt im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau.
Auch die Arbeit in der Koalition werde durch den sich abzeichnenden Führungswechsel bei den Christsozialen erleichtert, sagte die SPD-Politikerin. Schmidt: "Es ist einfacher, wenn man weiß, womit man zu rechnen hat. In der Vergangenheit war es ja nicht nur beim Thema Gesundheit so, dass in Berlin getroffene Vereinbarungen gerade mal fünf Stunden Bestand hatten, bis sie durch Störfeuer aus München infrage gestellt wurden."
Die SPD-Ministerin und der aktuelle Verbraucherminister können gut miteinander. Seehofer hatte im Jahr 2003 nach einem Verhandlungsmarathon mit Schmidt über eine Gesundheitsreform von "einer der schönsten Nächte meines Lebens" gesprochen.
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