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CSU-Spitze klammert: Das große Stühlerücken ist erst mal verschoben

Nach dem Wahldesaster in Bayern verzichtet die CSU zunächst auf einen Wechsel bei ihrem Spitzenpersonal. Erst bei einem Sonderparteitag Ende Oktober soll über die zukunft der Partei und über Personalfragen entscheiden werden. Interaktive Grafik: Ergebnisse Bayernwahl

Bleibende Spitzenkräfte: Huber (links) und Beckstein.
Bleibende Spitzenkräfte: Huber (links) und Beckstein.
Foto: ddp

München. Fast vier Stunden hat der CSU-Vorstand am Tag nach dem Wahldebakel in Bayern getagt, dann waren zumindest sofortige Rücktritte erst einmal vom Tisch. Zwar sagte Parteichef Erwin Huber nach der Sitzung: "Ein Weiterso wird es nicht geben", aber seinen Stuhl räumen für den Möchtegern-Nachfolger Horst Seehofer wollte er nicht.

Zumindest nicht sofort. Huber kündigte einen Sonderparteitag für den 25. Oktober in München an. Dann erst solle über die Zukunft der CSU entschieden werden, "auch über die personell optimale Aufstellung". Der Parteivorstand wird bereits am 13. Oktober in eine ganztägige Klausur gehen.

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Der Zeitplan ist also eng, denn am 27. Oktober wird schon der Ministerpräsident gewählt. Ob das Günther Beckstein sein wird, ist derzeit offen. Zuvor wolle sich die Partei nach diesem "schmerzlichen und dramatischen Verlusten" einer "schonungslosen und selbstkritischen Analyse stellen", so Huber. Die Partei will feststellen, warum sie die Menschen nicht ausreichend erreicht und die notwendige emotionale Stimmung nicht rübergebracht habe. Einen Teil der Schuld am Absturz der CSU gab Huber der Bundespolitik und der Schwesterpartei in Berlin. "Wir hatten keinen Rückenwind, von der CDU hätte ich mir auch mehr Unterstützung erwartet." Diskutiert werden soll auf allen Ebenen, am heutigen Dienstag trifft sich die Landesgruppe, am Mittwoch die Landtagsfraktion. Huber betonte: "Es ist alles offen, wir erörtern ohne Tabus."

Huber bezeichnete es als "kurz gesprungen", würde die CSU die Konsequenzen auf eine Personalentscheidung reduzieren. "Das Ganze muss in einem Gesamtzusammenhang gesehen werden." So habe er auch ein Rücktrittsangebot von Generalsekretärin Christine Haderthauer abgelehnt.

Huber sieht trotz der hohen Verluste einen Regierungsauftrag für die CSU, "und wir sind bereit, diese Regierungsverantwortung zu übernehmen". Auch Ministerpräsident Günther Beckstein betonte: "Ich stehe für eine Koalitionsregierung zur Verfügung, auch wenn ich nicht an meinem Amt klebe."

Sondierungsgespräche sollen mit der FDP und den Freien Wählern geführt werden. Der CSU-Vorstand schließt eine Kooperation mit der SPD oder den Grünen aus. Eine Vierergruppe soll die Verhandlungen führen, und in die ist neben Beckstein, Huber und Landtags-Fraktionschef Georg Schmid auch Parteivize Seehofer berufen worden. Als Hinweis für eine baldige Amtsübernahme als Parteichef wollen Beckstein und Huber das offiziell nicht verstanden wissen.

Autor:  IRIS HILBERTH
Datum:  30 | 9 | 2008
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