AC Milan: Mailänder Fußballverein, der zu den erfolgreichsten der Welt gehört und seit 1986 in Berlusconis Besitz ist. Vereinspräsident war Berlusconi von 1986-2004 und 2006-2008. Milan ist momentan Spitzenreiter der Seria A. Die Rossoneri (schwarz-rote Trikots) sind Dauergast in der Champions League.
Arcore: Name der Villa von Berlusconi bei Mailand, wo Abendessen mit schlagzeilenträchtigem Unterhaltungsprogramm stattfinden sollen. Die ebenfalls einschlägig bekannte Villa Certosa auf Sardinien will Berlusconi verkaufen.
Baugewerbe: Geschäftsgebiet, auf dem Berlusconi 1961 seine Karriere startete. Nach einem Jura-Studium sowie ersten Erfahrungen in der Werbung und im Immobiliengeschäft gründete er gemeinsam mit dem Bauunternehmer Pietro Canali sein erstes Unternehmen. Zum Bau- und Immobilienbereich kamen im Laufe der Jahrzehnte auch diverse TV-Sender, Buch- und Zeitungsverlage, Versicherungs- und Handelsunternehmen hinzu. Mit einem Vermögen von neun Milliarden Dollar wird Berlusconi auf der Liste des US-Magazins Forbes als drittreichster Italiener geführt, weltweit liegt er auf Platz 74 auf der Reichen-Liste.
Bunga Bunga: Bezeichnung für eine angebliche Angewohnheit des Hausherrn von Arcore, nach dem traditionellen Abendessen schöne Frauen und interessierte Gäste zu einer Art erotischem Dessert ins Separee einzuladen. Angeblich soll der Ausdruck „Bunga Bunga“ vom libyschen Staatschef Muammar al-Gaddafi stammen und sich auf einen Ritus in dessen Harem beziehen.
Cavaliere: Italienisch für „Ritter“, volkstümlicher Name für Berlusconi. Ein weiterer solcher Name ist Kaiman (Unterfamilie der Alligatoren).
Fininvest: Name der Berlusconi-Familienholding. Fininvest, gegründet 1978, ist eine der wichtigsten Finanzholdings in Italien. Heutige Unternehmensleiterin ist Tochter Marina Berlusconi.
Forza Italia: Name der Mitte-Rechts-Partei, die Berlusconi 1994 gründete, um seine politische Karriere zu starten. Zuvor hatte er bereits die Neofaschisten unterstützt. Seit 2008 heißt seine Partei Popolo della Libertà (Volk der Freiheit), eine Fusion von Forza Italia und der Alleanza Nazionale, den ehemaligen Neofaschisten.
Lario, Veronica: Zweite Ehefrau. Berlusconi und die 1956 geborene Ex-Schauspielerin heirateten 1990 und haben drei gemeinsame Kinder, Barbara (1984), Eleonora (1986) und Luigi (1988). Im Mai 2009 kündigte Lario die Scheidung an. Begründung: die Teilnahme ihres Mannes an der Geburtstagsparty der damals gerade erst 18 Jahre alt gewordenen Schülerin Noemi Letizia. Auch, dass etliche Showgirls und Models von Berlusconis Partei als Kandidatinnen für die Europawahl aufgestellt wurden, führte sie als Grund an. Erste Ehefrau war von 1965-1985 Carla Elvira Lucia Dall’ Oglio, mit der Berlusconi zwei Kinder zeugte: Marina Elvira (1966) und Pier Silvio (1969).
Mailänder Dom: Mit einer Statuette des Bauwerks, einem Souvenir, wurde Berlusconi Mitte Dezember 2009 in Mailand attackiert und im Gesicht verletzt: Nasenbeinbruch, Verletzungen an der Lippe, zwei abgebrochene Zähne. Der Angreifer gab später seine tiefe Abneigung gegen den Ministerpräsidenten zu Protokoll. Das Mailänder Souvenir soll sich nach dem Attentat laut Presseberichten zumindest zeitweise besser als zuvor verkauft haben.
Ruby Rubacuore: Spitzname einer angeblichen Liebschaft von Berlusconi. Die damals noch minderjährige Marokkanerin Karima el-Mahroug soll von Berlusconi zwischen Februar und Mai 2010 für Sex bezahlt worden sein, weshalb dem Ministerpräsidenten nun der Prozess gemacht werden soll. Berlusconi soll zudem sein Amt missbraucht haben, um Rubys Freilassung zu erwirken, als diese wegen Diebstahlverdachts in Polizeigewahrsam war.
Schlagersänger: Nebenjob von Berlusconi während der Studienzeit. Er trat in Nachtclubs und auf Kreuzfahrtschiffen auf. Jahrzehnte später, im Jahr 2003, veröffentlichte Berlusconi ein Album mit Liebesliedern. In der Studienzeit arbeitete Berlusconi nebenbei auch als Staubsaugervertreter.
Schönheitschirurgie: Aufsehen erregte Berlusconi auch mit seinen Schönheits-operationen. So zeigte er sich im Januar 2004 erst nach über einem Monat wieder im Rampenlicht, nachdem er sich vermutlich im Dezember 2003 Falten entfernen ließ. Im August 2004 ließ er sich Haare auf seine Kopfhaut transplantieren. (Hans-Hermann Kotte)
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