Teheran. Vor der deutschen Botschaft in der iranischen Hauptstadt Teheran haben am Samstag rund 150 Jugendliche gegen die Ermordung einer Ägypterin in einem Gerichtsaal in Dresden protestiert. Sie warfen Eier auf den Haupteingang der Botschaft und riefen: "Den Tod für Deutschland" und "Den Tod für Europa".
Die 31-jährige schwangere Ägypterin war während eines Prozesses von dem Angeklagten mit 18 Messerstichen getötet worden. Sie war Zeugin in einem Berufungsverfahren. Der Täter war zuvor wegen Beleidigung verurteilt worden. Er hatte nach Angaben der Staatsanwaltschaft die in Dresden lebende Ägypterin als "Islamistin", "Terroristin" und "Schlampe" verunglimpft, als sie ihn auf einem Spielplatz gebeten hatte, die Schaukel für ihren Sohn frei zu machen.
Der Tod der Frau hat im Iran wie auch in anderen muslimischen Ländern zu scharfen Protesten geführt, bei denen Deutschland Diskriminierung von Muslimen vorgeworfen wurde. In iranischen Medien wurde die Frau als Märtyrerin gefeiert. Am Freitag wurde der deutsche Botschafter in Teheran einbestellt, um den Protest der iranischen Führung entgegenzunehmen. (rtr)
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