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13. Oktober 2011

Deutsche Luftwaffe : Bundeswehr rüstet mit Super-Drohne auf

 Von Steffen Hebestreit
Unbemannt über Manching: Die neue Bundeswehr-Drohne „Euro Hawk“ hat 40 Meter Spannweite.  Foto: dpa

Mit einer neuen Drohne kann die Bundeswehr ohne Piloten in Afghanistan operieren. Der fliegende Riesen-Spion soll vor allem die Kommunikation überwachen - selbst SMS soll er abfangen können.

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„Euro Hawk“ heißt das matschgraue Wunderding, das die Luftwaffe am Mittwoch auf dem bayerischen Stützpunkt Manching offiziell vorgestellt hat. In den nächsten Jahren sollen insgesamt fünf dieser fliegenden Lauschposten für die Bundeswehr angeschafft werden. Kostenpunkt: weit mehr als 1,2 Milliarden Euro.

Der „Euro Hawk“ wird von der US-Rüstungsschmiede Northrop Grumman hergestellt und von den US-Streitkräften seit zehn Jahren unter dem Namen „Global Hawk“ eingesetzt. Anders als ihr US-Zwilling wird die europäische Version aber mit eigener Überwachungstechnik und Sensorik bestückt, nur Hülle und Antrieb stammen aus US-Produktion.

Damit soll der „Euro Habicht“– so die deutsche Übersetzung seines Namens – in der Lage sein, nicht nur aus mehr als 20.000 Metern Flughöhe Bodenziele mit einer großen Auflösung auszuspähen. Er soll in Feindesland auch zum großen Lauschangriff genutzt werden, Handygespräche mitschneiden, SMS abfangen, Funksprüche mithören, Fernseh- und Radiosendungen empfangen und in Echtzeit an die Bodenkontrolle weiterleiten. Der „Euro Hawk“ fliegt dabei ohne Bewaffnung, kann also nicht zur direkten Bekämpfung eingesetzt werden.

Gesteuert wird die Drohne von einem Kommandostand am Boden, der sich durchaus tausende Kilometer entfernt vom Einsatzort befinden kann. Die Übertragung der Steuerbefehle geschieht via Satellit. So könnte der „Habicht“ beispielsweise im Himmel über Afghanistan operieren, allerdings von den Piloten des Geschwaders „Immelmann“ im schleswig-holsteinischen Jagel gelenkt werden. Das erhöht nicht nur die Sicherheit der Piloten, die keinen Abschuss mehr fürchten müssen, sondern bietet auch dem Verteidigungsminister einen nicht zu unterschätzenden Vorteil in Zeiten, in denen er Personal des Bundeswehr-Kontingents aus Afghanistan abziehen muss.

In der gegenwärtigen Testphase des ersten „Euro Hawk“ steht der Kommandostand allerdings nur wenige Meter entfernt vom Flugfeld in Manching in einem Container. Im Leitstand sitzt am Joystick immer ein ausgebildeter Pilot; so schreiben es die Vorschriften des internationalen Luftverkehrs vor.

Zusätzlich verfolgen mehrere Auswerter die Bilder und Daten, die der Hawk an die Zentrale übermittelt. Sie können auch die Kameras und Sensorik des Überwachungsvogels lenken und auf für sie interessante Gegenstände ausrichten. Anders als die gegenwärtig von der Bundeswehr in Afghanistan eingesetzten Drohnen vom Typ „Heron“ verfügt der „Habicht“ über eine deutlich höhere Geschwindigkeit, kann pro Stunde 600 Kilometer zurücklegen und ist damit flexibler einsetzbar, weil er vergleichsweise rasch seinen Einsatzort verändern kann. Seine Reichweite beträgt dabei 23000 Kilometer.

Wie bei Rüstungsprojekten dieser Größe inzwischen üblich, hat sich die Beschaffung des europäischen Habichts mehrmals verzögert und ist teurer geworden als zunächst veranschlagt. Dennoch schwört die Luftwaffe auf die Drohne, mit der sie endlich wieder in die Lage versetzt wird, mit einem der wichtigsten Güter der Verteidigungspolitik zu handeln: Informationen.

Die Alliierten tauschen ihre Militärinformationen zwar untereinander in größerem Stil aus. Allerdings verfahren sie dabei meist nach dem Motto „Gibst du mir, geb ich dir“. Zuletzt hatten die Deutschen da aber wenig zu geben, weil sie allein auf die Satelliten-Aufklärung angewiesen waren. Der Habicht soll dies nun ändern − wenn er denn fliegt.

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