Berlin. Michael Glos bleibt Wirtschaftsminister - auf Abruf. Der Termin seiner Entlassung hängt nach FR-Informationen nur noch davon ab, wie schnell ein Nachfolger gefunden werden kann, mit dem sowohl CSU-Chef Horst Seehofer wie Bundeskanzlerin Angela Merkel einverstanden ist.
Nachdem ein Schreiben an Seehofer bekannt geworden war, in dem Glos ihn um die Entbindung von seinen Ministerpflichten bittet, hatten beide sich zunächst dafür ausgesprochen, dass der 64-Jährige im Amt bleibt. Doch inzwischen gilt Glos als so geschwächt, dass seine Ablösung für unumgänglich gehalten wird.
Dennoch sprach sich CSU-Landesgruppechef Peter Ramsauer für Glos' Verbleiben im Amt aus. Im Gespräch mit der FR äußerte sich Michael Fuchs vom Parlamentskreis Mittelstand der CDU: "Glos hat gerade in letzter Zeit einen sehr vernünftigen Kurs gefahren, und mir fiele es schwer, ihn als Minister zu verlieren. Ich hoffe, er lässt sich überreden, die sechs Monate bis zur Bundestagswahl weiter zu machen. Hier sei "Seehofer gefordert". Die CSU müsse "dafür sorgen, dass so schnell wie möglich wieder Ruhe einkehrt." Gerade in einer "Weltwirtschaftskrise diesen Ausmaßes" sei ein gut funktionierendes Wirtschaftsministerium nötig. "Es kann nicht angehen, dass dort jetzt ein Vakuum entsteht."
Ähnliche äußerte sich Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier, Die Union müsse rasch "für Klarheit und Ordnung" sorgen. Der Chef der bayerischen SPD-Landesgruppe im Bundestag, Florian Pronold, sagte der FR, es sei das Beste, wenn die CSU sich ganz aus der Regierung zurück ziehe.
Das personalpolitische Vakuum will die Unionsspitze durch eine schnelle Nachfolgeregelung vermeiden. In Regierungskreisen hieß es, das Vorschlagsrecht habe zwar die CSU. Aber sie müsse einen Kandidaten vorschlagen, den Merkel akzeptieren könne. Deshalb gilt der politisch unerfahrene CSU-Schatzmeister Thomas Bauer als unwahrscheinlich.
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