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07. Dezember 2014

Deutschpflicht : Hohn und Spott über CSU-Vorstoß

Wenn es nach der CSU geht, sollen Einwanderer auch zuhause grundsätzlich deutsch sprechen. Meinen die Christsozialen etwa Hochdeutsch?  Foto: dpa

Die CSU erntet mit ihrer Forderung, dass Zuwanderer auch zuhause Deutsch sprechen sollen, Hohn und Spott. Unklar ist auch, wie die Bayern ihre Forderung realisieren wollen. Zustimmung kommt von Innenexperte Bosbach (CDU).

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Die Forderung der CSU, dass Zuwanderer zu Hause deutsch sprechen sollen, ruft Spott und Empörung hervor. SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi sprach in der «Bild am Sonntag» von einem «komplett bescheuerten Vorschlag». Der innenpolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Volker Beck, erklärte: «Jetzt ist die CSU narrisch geworden.» Die Reaktionen aus der CDU sind indes gespalten: Während sich Generalsekretär Peter Tauber distanzierte, kam Zustimmung vom CDU-Innenexperten Wolfang Bosbach.

Laut Bayerischem Rundfunk heißt es im Leitantrag für den CSU-Parteitag am kommenden Wochenende in Nürnberg: «Wer dauerhaft hier leben will, soll dazu angehalten werden, im öffentlichen Raum und in der Familie deutsch zu sprechen.» Wie diese Forderung realisiert werden soll, werde in dem Entwurf indes nicht spezifiziert.

Bayrischer Satiregipfel

«Der Vorschlag eignet sich für den Satiregipfel», sagte SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann der «Welt» (Montagsausgabe). SPD-Generalsekretärin Fahimi erklärte, die CSU wolle offenbar zur neuen Verbotspartei werden: «Nach der Ausländermaut jetzt das Sprachverbot.» Der Staat habe sich völlig herauszuhalten, welche Sprache in den eigenen vier Wänden gesprochen werde, betonte Fahimi. Wichtig sei, die deutsche Sprache zu erlernen. «Wer zweisprachig aufwächst, hat enormen Vorteil.»

Grünen-Chef Cem Özdemir kritisierte: «Das Freiheitsverständnis der CSU in ihrer neuen Rolle als Sprachpolizei ist atemberaubend.» Es gehe niemanden etwas an, welche Sprache Zuwanderer zu Hause sprechen, sagte Özdemir der «Bild am Sonntag». «Nicht auszudenken, hätten die Amerikaner einem Thomas Mann verboten, daheim deutsch zu sprechen.» Der Grünen-Abgeordnete Beck bezeichnet den CSU-Vorstoß als «übergriffig, respektlos und reine Stimmungsmache». Er betonte, dass das Pflegen der eigenen Sprache, Kultur und Religion und die Integration in das Einwanderungsland keine Gegensätze seien.

CDU-Generalsekretär Tauber hatte bereits am Freitag getwittert: «Ich finde ja, es geht die Politik nichts an, ob ich zu Hause lateinisch, klingonisch oder hessisch rede.» Verständnis für die CSU zeigte dagegen der Vorsitzende des Bundestagsinnenausschusses, Bosbach: «Für gute Integrationschancen sind Sprachkenntnisse von überragender Bedeutung», sagte er der «Bild am Sonntag». «Deshalb ist es wichtig, dass mit Kindern auch zu Hause deutsch gesprochen wird.» (epd)

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