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26. Januar 2013

Diamorphin: Streit um künstliches Heroin

 Von 
Eine Flasche des Medikaments Diaphin, das den Wirkstoff Diamorphin enthält.  Foto: ddp

Die Therapie von Drogenabhängigen sorgt für Unstimmigkeiten in der Koalition. Die FDP begrüßt die Erleichterungen, die der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten und Krankenkassen beschlossen hat, die Union will ihn rückgängig machen.

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Die Debatten in der schwarz-gelben Koalition über die Sterbehilfe und die Präimplantationsdiagnostik (PID) zeigen, dass Union und FDP vor allem in ethischen Fragen oft weit auseinanderliegen. Nun bricht ein weiterer Konflikt auf: Die Abgabe von Heroin auf Rezept an Schwerstabhängige.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) von Ärzten und Krankenkassen hatte vergangene Woche Erleichterungen beschlossen, damit mehr Betroffenen geholfen werden kann. Während die FDP den Beschluss begrüßt, will die Union ihn rückgängig machen. „Ich sehe keinen Grund, etwas an den Strukturen zu ändern“, sagte Unions-Fraktionsvize Johannes Singhammer (CSU) der FR.

Der flächendeckende Einsatz von künstlichem Heroin (Diamorphin) war 2009 zu Zeiten der großen Koalition beschlossen worden. Damals stimmte die FDP zusammen mit SPD, Grünen und Linken dafür, die Union votierte dagegen. Seitdem ist eine Behandlung mit Diamorphin bei schwerstabhängigen Opiatsüchtigen erlaubt, die mit herkömmlichen Methoden wie der Methadon-Substitution nicht therapierbar sind.

Stabilere soziale Situation

Modellprojekte hatten gezeigt, dass der Einsatz von Diamorphin bei den Teilnehmern zu einem besseren Gesundheitszustand und einer stabileren sozialen Situation führt.

Die Zahl der Behandelten hat sich jedoch im Vergleich zu den Modellprojekten kaum verändert. In Diamorphin-Ambulanzen wie in München, Frankfurt am Main oder Hamburg werden derzeit nur rund 400 Patienten betreut. Für bis zu 3000 Menschen kommt die Behandlung aber in Frage.

Der Grund für die geringe Zahl war eine Richtlinie des G-BA, die hohe Zugangshürden vorsah. Das wurde nun korrigiert. Die Ambulanzen müssen künftig nicht mehr zwingend drei Ärzte anstellen und über drei getrennte Räume verfügen. FDP, SPD, Grüne und Linkspartei lobten die Entscheidung. Nun könnten mehr Patienten, die diese Behandlung brauchten, versorgt werden.

Singhammer bezweifelt aber, dass es überhaupt einen höheren Bedarf gibt. Auch deshalb warnt er Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) davor, die Richtlinie im Alleingang zu genehmigen. „Wir sprechen hier nicht über eine medizinische, sondern über eine politische Frage. Das müssen wir sorgfältig in der Koalition beraten.“

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