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15. Oktober 2014

Die Linke: Freiwillige Selbstentblößung

 Von 
Die Linke Christine Buchholz ist für den Widerstand der Kurden gegen die IS. Aber gegen die militärische Unterstützung der USA.  Foto: imago stock&people

Die linke Bundestagsabgeordnete Christine Buchholz hatte mit einem Plakat einen Shitstorm ausgelöst. Jetzt zieht die 43-Jährige die Notbremse und rudert zurück - wenigstens ein bisschen.

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Am Wochenende hatte sich die linke Bundestagsabgeordnete Christine Buchholz in einer Art politischem Harakiri geübt. Sie präsentierte sich bei Facebook mit ernster Miene und einem Plakat in Händen. Die Optik erinnerte an Entführungsopfer, die zu etwas gezwungen werden, was sie eigentlich nicht tun wollen.

Dieser Akt der Selbstentblößung war hingegen vollkommen freiwillig. Noch mehr irritierte der Inhalt des Plakats. Darauf stand: „Solidarität mit dem Widerstand in Kobane! US-Bombardement stoppen!“ Ahnungslose hätten daraus nur den Schluss ziehen können, dass die USA die Kurden bombardieren. Dabei ist das Gegenteil richtig. Die Luftschläge dienen dazu, den Kurden im Abwehrkampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) Entlastung zu verschaffen. Das finden sogar viele Linke gut.

Außenpolitische Fachkompetenz

Ein gewisser Alexander Witzke kommentierte denn auch bei Facebook mit Blick auf Buchholz: „Dachte erst, die lokale Nervenheilanstalt hätte Tag der offenen Tür. Habe dann doch noch gemerkt, dass hier die außenpolitische Fachkompetenz der Linken spricht.“ Fraktionskollege Frank Tempel schrieb: „Mit selbstgemalten Plakaten werden die Menschen dort nicht gerettet!“ In der Fraktionsführung der Linken hieß es am Dienstag genervt: „Da war der Shitstorm einhellig – auch nicht ganz unverdient.“

Gestern nun ruderte die 1971 in Hamburg geborene verteidigungspolitische Sprecherin der Linksfraktion ein bisschen zurück. In einer „Richtigstellung“ stellt sie fest: „Dieses Bild hat meine Position derart verkürzt, dass sie missverständlich wurde. Viele, die mit großer Sympathie den Kampf der Kurdinnen und Kurden unterstützen, empfanden, dass dies auf eine Entsolidarisierung mit dem kurdischen Widerstand hinausliefe. Das bedaure ich sehr.“

Die Lage in Kobane sei verzweifelt. Die Kurden hätten jedes Recht, sich bewaffnet zu verteidigen. „Mein Respekt und meine Solidarität gelten dem Widerstand gegen den IS“, schreibt Buchholz, fährt allerdings fort: „ Auch wenn die Form nicht geeignet war, das politische Anliegen bleibt: Meine Hoffnung im Kampf gegen den IS liegt im Widerstand, nicht in den Händen derer, die die Misere im Irak und in Syrien mitverursacht haben: Die USA und die Türkei.“ Sprich: Der Westen ist schuld. Das war so. Das ist so. Das muss so bleiben.

Verteidigungspolitische Sprecherin ist Buchholz übrigens weiter. Von Ablösung ist nicht die Rede.


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