"Wahrer Wandel beginnt von unten", streicht Preisstifter Jakob von Uexküll die Gemeinsamkeiten der diesjährigen "Alternativen Nobelpreise" heraus: "Mediziner, die nicht auf Politiker warten, ehe sie handeln. Arme Dorfbewohner, die sich selbst aus der Armut helfen. Umweltbewegungen, die es ermöglichen, dass Opfer ökologischer Zerstörung sich wehren können."
Die Arbeit der Preisträger, die von der Stockholmer Stiftung Right Livelihood Award ("Preis für richtiges Leben") in Stockholm bekanntgegeben wurden, seien "weltweit beispielhaft". Der Preis, den Uexküll 1980 stiftete, weil er wichtige Themen durch die Nobelpreise nicht gewürdigt sah, soll "praktische und beispielhafte Antworten" auf die "dringendsten Herausforderungen unserer Zeit" belohnen.
Der nigerianische Umweltschützer Nnimmo Bassey erhält einen Preis, weil er die „menschlichen Kosten der Ölförderung aufzeigt“. Aus Brasilien wird der Bischof Erwin Kräutler wegen seines Einsatzes für die indianischen Ureinwohner geehrt. Die nepalesische Organisation Sappros und ihr Gründer Shrikrishna Upadhyay mobilisieren Dorfgemeinschaften gegen die eigene Armut. Als vierter Preisträger wird die israelische Organisation „Mediziner für Menschenrechte“ ausgezeichnet - „für ihren unbezähmbaren Geist, mit dem sie für das Recht auf Gesundheit für alle Menschen in Israel und Palästina einsteht“.
Die Preise sind mit insgesamt 200.000 Euro dotiert
Der Preis wird seit 1980 jährlich durch die Stiftung „Right Livelihood Award Foundation“ vergeben, die der deutsch-schwedische Publizist Jakob von Uexküll (65) gegründet hat. Er wollte damit eine Alternative zu den traditionellen Nobelpreisen schaffen, die nach seiner Meinung zu sehr die Interessen der reichen Welt widerspiegeln. Uexküll, der aus einem baltischen Adelsgeschlecht stammt, hat den Preis durch den Verkauf einer wertvollen Briefmarkensammlung finanziert.
Die Preisträger sind oft international relativ unbekannt. Aus Deutschland wurde zuletzt 2008 die Münchner Gynäkologin Monika Hauser ausgezeichnet. Sie setzt sich für Frauen ein, die Opfer sexueller Gewalt in Kriegen wurden. Die Preise sind mit insgesamt 200.000 Euro dotiert und werden am 6. Dezember in Stockholm überreicht. Unser Korrespondent Hannes Gamillscheg stellt die Preisträger vor.
Lesen Sie auf den folgenden Seiten Kurzporträts der Preisträger.
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