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12. April 2011

Doktorarbeit: Guttenberg soll vor Gericht

 Von Matthias Thieme
Auch nach dem Großen Zapfenstreich ist das letzte Wort in der Plagiats-Affäre um Karl-Theodor zu Guttenberg noch nicht gesprochen.  Foto: AFP

Ein Plagiats-Opfer zeigt den Ex-Verteidigungsminister an. Diesem droht damit ein Strafprozess. Das Verhalten Guttenbergs verärgert viele, von denen er abgeschrieben hat. Bundestagspräsident Lammert gab unterdessen bekannt, von einem Strafantrag abzusehen.

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Ein Plagiats-Opfer zeigt den Ex-Verteidigungsminister an. Diesem droht damit ein Strafprozess. Das Verhalten Guttenbergs verärgert viele, von denen er abgeschrieben hat. Bundestagspräsident Lammert gab unterdessen bekannt, von einem Strafantrag abzusehen.

"Ich werde Strafantrag gegen Herrn zu Guttenberg stellen“, sagte ein Plagiats-Opfer, dessen Texte Guttenberg in seiner Doktorarbeit in großem Umfang verwendet hat, der FR. Juristen arbeiteten derzeit am Strafantrag für die Staatsanwaltschaft Hof.

Ob ein Betroffener Strafantrag erstattet, ist entscheidend für die Frage, ob Guttenberg sich rechtlich für die Plagiate verantworten muss. Verfolgt wird die Tat nur auf Antrag von Geschädigten oder wenn die Staatsanwaltschaft ein besonderes öffentliches Interesse sieht. Bisher lagen keine Anzeigen von Betroffenen vor, und Guttenbergs Anwälte versuchen, den Persönlichkeitsschutz ihres Mandanten über das öffentliche Interesse zu stellen.

Bundestagspräsident Norbert Lammert wird in der Plagiatsaffäre um Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg keinen Strafantrag stellen, obwohl der CSU-Politiker aus wissenschaftlichen Gutachten des Parlaments abgeschrieben hatte. „Der Bundestagspräsident hat den Ältestenrat in seiner letzten Sitzung davon unterrichtet, dass dafür keine Notwendigkeit besteht“, zitiert der „Tagesspiegel“ (Mittwochsausgabe) Lammerts Sprecher Guido Heinen. Eine Begründung habe der Sprecher nicht gegeben.

Im Kreis der Plagiats-Opfer herrscht Unverständnis über Guttenbergs Absicht, die Veröffentlichung des Prüfberichts der Universität Bayreuth zu verhindern. „Gerade wenn Guttenberg Ambitionen hat, in die Politik zurückzukehren, müsste er alles tun, um so transparent und sauber wie möglich dazustehen“, sagte die Schweizer Journalistin Klara Obermüller, aus deren Leitartikel Guttenberg abschrieb.

„Ich fordere die Veröffentlichung des Berichts“, so die Journalistin Sonja Volkmann-Schluck, aus deren Diplomarbeit Guttenberg viele Teile ohne Kennzeichnung kopierte.

„Guttenberg hat ein ganzes Drittel meines Artikels übernommen“, rügt Roland Vaubel, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Tübingen. „Man möchte gerne wissen, wie diese Arbeit zustande gekommen ist“, sagt der Liechtensteiner Politikwissenschaftler Wilfried Marxer, ebenfalls ein Plagiats-Opfer. Er will zudem wissen, ob Guttenberg einen Ghostwriter hatte. (mit rtr)

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