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Politik
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09. Januar 2012

Doris Schröder-Köpf : Neustart für die Kanzlergattin

 Von Karl Doemens
Doris Schröder-Köpf will in die Politik.  Foto: dpa

Die Ehefrau von Ex-Bundeskanzler Schröder strebt in den niedersächsischen Landtag. Die 48-Jährige will sich bei der Landtagswahl 2013 in Hannover um ein Mandat bewerben.

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Endlich mal eine schöne Nachricht aus der unter pauschalem Filz-Verdacht stehenden Polit-Metropole Hannover: Die bislang eher farblose SPD-Landtagsfraktion soll prominenten Zuwachs bekommen: Doris Schröder-Köpf, Gattin des viel beschäftigten Ex-Kanzlers Gerhard Schröder, möchte nicht im Reihenendhäuschen versauern und strebt, nachdem die Kindern flügge sind oder zur Schule gehen, ins Niedersachsen-Parlament. „Was mich angeht: Herzlich willkommen!“, kommentierte SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles am Montag die Neuigkeit.

Mag Schröder-Köpf auch selbst bislang nicht in der ersten Reihe der Politik gestanden haben – ein politischer Kopf ist die gelernte Journalistin schon lange. Kurz nach ihrem Volontariat ging sie 1987 für die Bild-Zeitung als Parlamentskorrespondentin nach Bonn. Für ihren zweiten Mann Gerhard Schröder, in den sie sich 1995 verliebte, war die zierliche Bayerin stets eine wichtige Ratgeberin. So ulkte man 2002 an der Genossen-Basis, man wähle „Doris ihren Mann seine Partei“.

Manches über die angeblichen Einflüsterungen der Gattin war übertrieben. Verbürgt ist aber, dass Schröder-Köpf den Namen „Agenda 2010“ für die rot-grünen Sozialreformen erfand. Beinahe legendär ist ihr Auftritt im Dirndl beim Papstbesuch im August 2005, der ihr ein Lob vom Trachtenverband und eine böse Spitze von Emma-Herausgeberin Alice Schwarzer einbrachte, die Schröder-Köpf überdies ein „rückständiges Frauenbild“ unterstellte.

Damals schrieb die Wochenzeitung Die Zeit: „Es ist durchaus vorstellbar, dass in fünf oder zehn Jahren noch einmal ein beruflicher Neuanfang für Doris Schröder-Köpf kommt.“ Genauso scheint es sich nun zu fügen. Bereits seit einem Jahr sitzt die 48-jährige Gattin des Ex-Kanzlers im Karstadt-Aufsichtsrat, was dem Konzern neben der erhofften Aufmerksamkeit freilich auch kritische Nachfragen in der Wirtschaftspresse nach der Qualifikation der Kontrolleurin bescherte. Nun wird in der SPD offen auf den „Glamour-Faktor“ spekuliert, den Schröder-Köpf in die niedersächsische Politik bringen soll.

Diesen Faktor sollte Schröder-Köpf freilich aus aktuellem Anlass vorerst besser auf kleiner Flamme kochen. Ausgerechnet die Bild-Zeitung machte ihre Zukunftspläne publik. Ein freundlicher Artikel wurde garniert von hübschen Fotos mit Prominenten. Die Aufnahme von Schröders mit AWD-Gründer Carsten Maschmeyer und Veronica Ferres aber blieb unveröffentlicht – noch.

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