Dortmund. Mehrere Tausend Menschen haben am Samstag in Dortmund gegen eine Neonazi-Kundgebung in der Stadt demonstriert. Dabei kam es vereinzelt zu Auseinandersetzungen zwischen linksgerichteten Gegendemonstranten und der Polizei. Mehrere Personen - darunter auch mindestens vier Polizisten - wurden verletzt. Einige Gegendemonstranten kamen in Gewahrsam.
Nach Angaben des Sprechers wollten nach dem Ende der Demonstration mit rund 3000 Teilnehmern am Hauptbahnhof mehrere Hundert Personen in Richtung Innenstadt ziehen. Dabei warfen sie Steine und Knallkörper in Richtung der Polizisten. Der Dortmunder Grünen-Politiker Mario Krüger wurde leicht verletzt, als er die Auseinandersetzungen unterbinden wollte.
Im Bereich der Arndtstraße wurden 150 Menschen und an der Weißenburger Straße weitere 65 Personen wegen des Verdachts des Landfriedensbruchs von der Polizei festgehalten und in Polizeigewahrsam genommen.
Zu der Neonazi-Kundgebung auf einem Parkplatz am Dortmunder Hafen hatten sich am frühen Nachmittag mehr als 700 Personen eingefunden. Die Rechtsextremisten mussten sich an strenge Auflagen halten und durften sich lediglich auf dem Parkplatz versammeln. Ein Umzug fand nicht statt. Die Kundgebung endete gegen 16 Uhr, ursprünglich war die Veranstaltung bis 21 Uhr geplant.
Zum Friedensfest vor dem Rathaus und den etwa 30 weiteren Veranstaltungen wie Demonstrationen, Mahnwachen, Diskussionen oder Straßenfesten erwarteten die Organisatoren der Gegenkundgebungen etwa 10.000 Menschen. Das für den Abend geplante Fest stand unter dem Motto "Für Dortmund gegen Nazis", auch der Musiker Bob Geldof sollte dort auftreten.
Die Polizei war mit mehr als 3000 Beamten vertreten. Sie sorgten dafür, dass die Gruppen der Neonazis und der Gegendemonstranten großen Abstand zueinander hielten.
Rund 750 Personen aus dem linken und 450 Personen aus dem rechten Spektrum reisten am Abend weitgehend störungsfrei mit der Bahn ab. (ddp)
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