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22. März 2013

Drohnen Bundeswehr: Euro-Hawk-Programm vor dem Aus

 Von 
Zu teuer: Die Bundeswehr wird vielleicht auf Euro Hawk verzichten müssen.  Foto: dpa

Die Bundeswehr muss aller Voraussicht nach auf ein Prestige-Projekt verzichten. Angesichts immenser Mehrkosten prüft das Verteidigungsministerium nach FR-Informationen, auf die geplante Anschaffung von Drohnen des Typs Euro Hawk zu verzichten.

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Der Euro-Habicht (Euro Hawk) sollte der neue Stolz der Luftwaffe werden. Fünf Exemplare dieses riesigen unbemannten Aufklärungsflugzeugs wollte die Bundeswehr bis 2016 anschaffen. Die Spannweite der Drohnen ist unwesentlich kleiner als die einer Boeing 737. Sie sollten als fliegender Lauschposten fungieren und den gesamten Datenverkehr in einem Einsatzgebiet aufsaugen.

Doch der Traum droht jetzt an ganz profanen irdischen Schwierigkeiten zu scheitern. Für die Bundeswehr wird es schlichtweg zu teuer, die nötigen genehmigungsrechtlichen Voraussetzungen zu schaffen, damit die Flieger überhaupt über Deutschland aufsteigen dürfen. Das Verteidigungsministerium erwägt deshalb im Augenblick, auf den Euro Hawk komplett zu verzichten.

Bei der Drohne handelt es sich um eine europäische Variante des bereits seit Jahren von den USA eingesetzten Global Hawk. Während die Flugtechnik aus den USA stammen, sollte die ganze Aufklärungstechnologie vom europäischen Hersteller EADS geliefert werden.

Doch die US-Technik bereitet jetzt die Schwierigkeiten, weil Dokumentationen und Nachweise fehlen, die nötig sind, damit die deutschen Behörden den Betrieb des zwölf Tonnen schweren Flugzeugs im dichten deutschen Luftraum genehmigen. Da die Drohnen unbemannt sind, müssten sie überdies mit spezieller Technik ausgestattet werden, um eine Kollision mit zivilen Flugzeugen zu verhindern.

500 Millionen Euro Mehrkosten

Auf eine Anfrage des SPD-Verteidigungspolitikers Hans-Peter Bartels gesteht Verteidigungs-Staatssekretär Thomas Kossendey (CDU) jetzt „nicht unerhebliche Mehrkosten“ ein. Tatsächlich soll es sich dabei um eine Summe von etwa 500 Millionen Euro handeln. Ursprünglich waren die Kosten für die gesamte Euro-Hawk-Flotte mit fünf Exemplaren von der Bundeswehr mit mehr als 1,2 Milliarden Euro veranschlagt worden.
Die deutsche Luftwaffe registriert überdies besorgt, dass die US-Luftwaffe ihrerseits ihr Global-Hawk-Programm des US-Herstellers Northrop Grumman nicht weiterführen will. Bereits avisierte Exemplare werden doch nicht bestellt, die Flotte der Riesen-Drohnen droht stark reduziert zu werden.

Der sich abzeichnende Verzicht der Bundeswehr auf den Euro Hawk könnte sich auf den geplanten Aufbau einer eigenen Drohnen-Flotte auswirken. Denn jedes im Ausland gekauftes Exemplar würde auf ähnliche Schwierigkeiten bei der Zulassung stoßen, weil US-Hersteller sensible Technik grundsätzlich als „Black box“ bezeichnen und der Bundeswehr darauf keinen direkten Einblick gewährt. Die USA müssten von dieser Praxis abrücken, was als sehr unwahrscheinlich gilt.
Gerade erst hatte Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) eine Debatte darüber angestoßen, ob die Bundeswehr künftig auch bewaffnete Drohnen anschaffen soll. Die Entscheidung darüber hatte er für Frühjahr angekündigt. In der Diskussion waren dabei Exemplare eines US-Herstellers.


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Nutznießer könnte der europäische Rüstungskonzern EADS sein, der für die Bundeswehr eine eigene Drohne herstellen könnte. Die jüngsten Versuche der Europäer, ein konkurrenz- und leistungsfähiges unbemanntes Aufklärungsflugzeug zu produzieren, waren allerdings allesamt gescheitert − insbesondere an den hohen Kosten.

Der SPD-Politiker Bartels forderte Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) auf, rasch eine Alternative zum Euro Hawk zu präsentieren. „Die Bundeswehr hat in diesem Bereich eine echte Fähigkeitslücke, die wir dringend schließen müssen“, sagte Bartels am Freitag dieser Zeitung.

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